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Über 300 Jahre Blau-Weiß

VfL Wolbeck ehrt Jubilare – und schwelgt in Erinnerungen

Münster-Wolbeck

Der VfL Wolbeck hat aktuell 33 Mannschaften – möglich macht das ein Heer aus Ehrenamtlichen. Bei einem Dankeschön-Grünkohlessen wurde in Erinnerungen geschwelgt.

Von Andreas Hasenkamp

Verschiedene Wege mit Ball und Ämtern: Aloys Hucke, Peter Möllmann, Josef Ruppel und Willi Franke. Foto: Andreas Hasenkamp

Das Grünkohl-Essen des VfL Wolbeck ist ein Dankeschön-Treffen für jene, ohne die im Verein nichts läuft. So hatte der Vorstand am Freitagabend ehrenamtliche Mitglieder und – noch bemerkenswerter – ehrenamtlich tätige Nicht-Mitglieder in die Gaststätte Sültemeyer eingeladen.

Über 700 Mitglieder und aktuell 33 Mannschaften habe der Verein, man sei auf Wachstumskurs, ein Ende nicht in Sicht. Das Tagesgeschäft mit Trainings- und Spielbetrieb sei umfangreich. Allein im Jugendbereich kümmern sich 48 Übungsleitende um 27 Teams. Auch neben dem Platz passiert viel: Eintrittsgelder kassieren, Getränkeverkauf, Nahrhaftes brutzeln und Trainingspläne und Turniere organisieren.

Vor 60 Jahren gab es nur einen Ascheplatz

Diesmal verabschiedete der Verein mehrere langjährige ehrenamtliche Kräfte aus ihren Ämtern: Raimund Möllers, Stefan und Katrin Burkötter, Andreas Masjoshusmann und Rudolf Cadura. Geehrt für 60 oder mehr Jahre Mitgliedschaft wurden Aloys Hucke, Peter Möllmann, Josef Ruppel sowie Werner und Willi Franke. Zusammengenommen kamen über 300 Jahre geballte VfL-Tradition zusammen

Zwei Kicker-Biografien zeigen, wie unterschiedlich die Wege sein können. „Zu der Zeit gab es nur Fußball“, erinnert sich Aloys „Max“ Hucke an seine Anfänge beim VfL Wolbeck vor 60 Jahren. „Da bin ich dabeigeblieben.“ Heute hat der Verein Zugriff auf drei Plätze, je einen Ascheplatz, einen Rasenplatz, einen Kunstrasenplatz. Hucke erinnerte sich an andere Zeiten. Der einzige Platz lag auf dem Gelände des heutigen Schulzentrums. Bis in ein Alter von 55 habe er gespielt, dann mit Rücksicht auf seinen Beruf aufgehört. Dass man damals auf „Asche“ spielte, habe eine Rolle gespielt.

„Es war eine schöne Zeit“

Das Interview mit dem langjährigsten Jubilar muss etwas warten, denn Vorstandsmitglied Erich Voss stimmt das Vereins-Lied an, alle singen „Ein blau-weiß Spieler“. Wie Josef „Jupp“ Ruppel zum Fußball kam, vor 65 Jahren? „So viele Möglichkeiten hatte man auch nicht“, sagt er zum damaligen Sportangebot. Kumpel spielten, er spielte mit, blieb hängen – als Torwart: „Der Kleinste musste immer ins Tor.“ Bis zum Alter von 15 habe er gespielt, dann passte der Sport nicht zur Situation der Familie. Die Mutter, Witwe geworden, musste sich auf ihn in der Landwirtschaft verlassen können. Viel später kam er zurück zum VfL – nicht als aktiver Spieler, sondern im Vorstand, weil einige der eigenen Kinder spielten.

Er wurde stellvertretender Vorsitzender in der Zeit von Hans Conrad, dann erster Vorsitzender für einige Jahre. Er bekniete Alfons Natrup, das Amt zu übernehmen – der machte es. Ruppel konnte sich wieder dem Hof widmen, und den vier Kindern. Nun geht er ab und an zu Spielen des VfL und sieht die ersten Enkelkinder spielen. „Es war eine schöne Zeit.“ Und es sei „ein tolles Team im Vorstand“ gewesen.

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