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Löschzug Angelmodde nutzt Leerstand an der Hiltruper Straße

Übungseinsatz auf Haus Schimmel

Münster-Wolbeck/Angelmodde

Die Freiwillige Feuerwehr aus Angelmodde nutzte das geschichtsträchtige Haus an der Hiltruper Straße für eine aufwendige Übung. Doch warum genau heißt das Gebäude eigentlich „Haus Schimmel“?

Von Markus Lütkemeyer

Bereitmachen für den Löschangriff: Die Freiwillige Feuerwehr aus Angelmodde nutzte das leerstehende Haus an der Hiltruper Straße für eine aufwendige Übung. Foto: Johannes Lewe

Etwas geheimnisvoll war das Backsteinhaus an der Hiltruper Straße 39 schon immer. Jetzt, wo das Gebäude kurz vor dem Abriss steht, fragen sich wieder viele Menschen, was es mit dem Wappen an der Fassade auf sich hat. Das weiße Pferd gibt dem Haus seinen Namen: Haus Schimmel. Den Leerstand nutzte am Wochenende der Löschzug Angelmodde um den Ernstfall zu proben.

Das Haus wurde um 1948 von dem Wollgroßhändler Johannes Josef Maria Schimmel gebaut. Der Holländer hatte 1939 die Wolbecker Förstertochter Marie Augustine Lütteken geheiratet. Zwischen Buxtrup und Zumbuschstraße entstand nach dem Krieg die Schimmel-Siedlung, in der viele Vertriebene in ihrer neuen Heimat sesshaft wurden.

Eine Person wurde im Rauch vermisst

Noch viele weitere Geschichten ranken sich um das Gebäude. Doch am Samstagabend stand etwas ganz anderes im Vordergrund: „Zum Ende des Jahres machen wir immer eine große Übung, die alles das aufgreift, was wir während des Jahres trainiert haben“, erklärt Löschzugführer Johannes Lewe. Hinter einem Sofa im Hochparterre wurde eine „vermisste Person“ versteckt. Das gesamte Gebäude wurde mit einer Nebelmaschine komplett verqualmt, so dass der Suchtrupp komplett blind sich einen Weg ertasten musste.

Immerhin 25 Einsatzkräfte waren an der Übung beteiligt – deswegen stand auch auch die Koordination durch die Führungskräfte im Fokus. Mit dem Ergebnis ist Lewe zufrieden: „Das war ein sehr guter Abschluss für uns. Wir sind sehr dankbar, dass wir von der Firma Lass Immobilien die Erlaubnis bekommen haben, das Objekt zu nutzen.“ Leerstehende Gebäuden böten ganz andere Möglichkeiten, realistisch zu trainieren. „Ohne dass man gleich Angst haben müsste, dass doch einmal ein kleiner Wassertropfen aus dem Schlauch kommt.“

Zehn neue Feuerwehrleute in 16 Monaten

Der Löschzug Wolbeck kann sich über sage und schreibe zehn neue Feuerwehrleute in den vergangenen 16 Monaten freuen. Es gab trotz Corona zahlreiche Neuzugänge. „Alleine im vergangenen Jahr hatten wir im Grundlehrgang sechs neue Leute dabei“, freut sich Löschzugführer Lewe. Einige Neuzugänge sind ehemalige Mitglieder aus der Jugendfeuerwehr. Andere wurden gezielt angesprochen.

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