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Bürgerforum fordert Fahrbahnverengungen im Wigbold

Verkehrsdebatte nimmt Fahrt auf

Münster-Wolbeck

Wie kann der Durchgangsverkehr im Wolbecker Ortskern möglichst kurzfristig reduziert werden? Das Bürgerforum bringt einen dritten Vorschlag ins Spiel – eine Engstelle am Drostenhof. Derweil wird der Ton zwischen der SPD und CDU rauer.

Von und

Eine Fahrbahnverengung vor dem Torhaus des Drostenhofs ist nach Ansicht des Bürgerforums ein probates Mittel, um die Verkehrszahlen im Ortskern schnell zu senken, ohne Verkehrsteilnehmer auszuschließen. Foto: mlü

Die Debatte um eine Verkehrsberuhigung im Wolbecker Ortskern nimmt Fahrt auf. Nachdem bereits die CDU und die SPD Vorschläge gemacht haben, wie der Durchgangsverkehr kurzfristig reduziert werden könnte, meldet sich nun das Bürgerforum mit einem eigenen, dritten Vorschlag zu Wort.

„Es ist durchaus naheliegend, dass in der gegenwärtigen Konstellation verstärkt nach möglichen Alternativen zum Umbau der Eschstraße gesucht wird“, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Ideen seien gefragt, und es sei gut, dass die CDU mit den abknickenden Vorfahrtsstraßen und einem Fahrradschutzstreifen sowie die SPD mit ihrem Vorschlag, vor dem Drostenhof eine Einbahnstraße einzurichten, der Wolbecker Öffentlichkeit schon eigene Anregungen unterbreitet haben. Allerdings: „Wir wissen nicht, ob die abknickenden Vorfahrten genügend Wirkung zeigen, und befürchten, dass Einbahnstraßen zur Nutzung umliegender Wohnstraßen führen“, bewertet Willi Schriek, Vorsitzender des Bürgerforums Wolbeck, die Vorschläge.

Einspurigkeit vor dem Torhaus

Das Bürgerforum hat der Verwaltung daher einen anderen Vorschlag unterbreitet. Ausgehend von Vorschlägen, die bereits im Förderprogramm für Wolbeck angelegt sind, hält es Fahrbahnverengungen für ein probates Mittel. Eine Einspurigkeit vor dem Torhaus des Drostenhofes – eventuell mit einer Ampelanlage – und an den beiden Angelbrücken würde den Autoverkehr entschleunigen und die Durchfahrt durch das Wigbold unattraktiv machen, den Ziel- und Quellverkehr und vor allem den Busverkehr aber nicht ausschließen.

CDU wirft der SPD ein „ungenügendes Demokratieverständnis“ vor

Die SPD möchte, um den Verkehr im Ortskern von Wolbeck zu reduzieren, eine Einbahnstraße vor dem Drostenhof einrichten. Sie hatte gegenüber unserer Zeitung angekündigt, ihren diesbezüglichen Antrag direkt in den Rat der Stadt Münster einbringen zu wollen – anstelle in der Bezirksvertretung Südost. CDU-Ratsherr Martin Peitzmeier übt daran fundamentale Kritik: „Ein Gremium zu umgehen, weil man dort keine Mehrheit hat, ist ein Unding.“ Der Bezirksvertreter Oscar Lass (CDU) spricht von einem „ungenügendem Demokratieverständnis“. „Für die Bewohner des Wigbolds bedeutet eine Einbahnstraße einen sieben Kilometer langen Umweg. Aber die SPD will ihre Ideen mit Scheuklappen durchdrücken.“ Darüber hinaus sei der Vorschlag, autonome Busse fahren zu lassen, derzeit noch weltfremd. Daher habe sich die CDU auch nicht an die Stoßrichtung eines zurückliegenden Mehr-Parteiengesprächs binden wollen.

„Alle Maßnahmen müssen anschließend sorgfältig begleitet und untersucht werden“, betont das Bürgerforum und erwartet konkrete Aufschlüsse darüber, auf welchen (Um-)Wegen die Autofahrer unter den Bedingungen einer veränderten Straßenführung und Raumaufteilung ihr Fahrtziel erreichen. Untersucht werden müsste auch, wie sich die neuen Verkehrswege auf den Verkehrsfluss auswirken. Das Bürgerforum gibt zu bedenken: Mehr „Stop & Go“ bedeute eine höhere Umweltbelastung der direkten Anwohner.

Entscheidend sei es, den jetzigen Durchgangsverkehr zu halbieren, um so die Voraussetzung zu schaffen für den schon 2014 beschlossenen Umbau der Münsterstraße und eines Teils der Hofstraße zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich.

Eingehende Prüfung der Verkehrsflüsse

„Immerhin könnte sich bei nüchterner Betrachtung ja auch herausstellen, dass die als Alternative zu einem Umbau der Eschstraße erwogenen und gewählten Routen eine deutlich schlechtere ökologische Bilanz zeitigen als der in Frage gestellte Umbau der Eschstraße“, gibt Prof. Hein Hoebink zu bedenken.

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