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Lambertus-Spiel auf dem St.-Agatha-Kirchplatz

Vom Gesellengelage zum Kinderfest

Münster-Angelmodde

Die Heimatfreunde Angelmodde haben auf dem St.-Agatha-Kirchplatz ein Lambertus-Spiel veranstaltet – und arbeiten derzeit an Ideen, die Fläche mit weiteren Veranstaltungen zu bespielen.

Von Markus Lütkemeyer

Im Zentrum der Feierlichkeiten stand eine kleine Holzpyramide, an der die Kinder ihre Laternen befestigen durften. Foto: mlü

Der St.-Agatha-Kirchplatz in Angelmodde-Dorf erstrahlt in der goldenem Abendsonne. Die ersten gelben und roten Blätter segeln von den Bäumen, und Kinder tanzen mit ihren Laternen um die Holzpyramide.

„Das ist so ein wunderschöner Platz, der muss mit Leben gefüllt werden“, schwärmt Dr. Wolfgang Echelmeyer von den Heimatfreunden Angelmodde von dieser Idylle. Nach einem verheerenden Feuer im Mittelalter wurde die Fläche nicht wieder bebaut. So ist der Kirchplatz überhaupt erst entstanden. Echelmeyer lässt durchblicken, dass sein Verein noch weitere Ideen hat, den Platz zu bespielen. Aber die müssen erst noch reifen.

Das Lambertussingen jedenfalls lockt am Freitagabend rund 30 Kinder und ihre Eltern an. Vier Lieder wurden angestimmt – manchen Klassiker haben bereits die Eltern zu ihrer Grundschulzeit in Münster gesungen. Den Abschluss machte, wie sollte es anders sein, das Lied „Buer, wat kost dien Hei“. Anschließend wurden Körbe herumgereicht, aus denen sich die Kinder einen Apfel oder Muffin angeln durften.

Das Lambertus-Spiel ist eine alte Tradition in Münster. Engelbert Honkomp ließ dessen Geschichte noch einmal Revue passieren: Der niederländische Bischof Lambertus war in Westfalen sehr beliebt. Das belegen zahlreiche Kirchen seines Namens. Vor der Einführung der Sommerzeit war es zum Namenstag des Heiligen Lambertus außerdem schon früh dunkel und die Mägde und Gesellen hatten früher frei. Die gewonnene Zeit wurde zum Feiern genutzt.

Weil der Obrigkeit das wilde Treiben irgendwann zu bunt wurde, verbot sie das Lambertussingen im Jahr 1873. Aus dem öffentlichen Leben verschwand das Fest allerdings nicht komplett – es lebte als Kinderfest weiter.

In Wolbeck hat das traditionelle Lambertus-Spiel am Sonntagabend vor der Grundschule Wolbeck-Nord statt im Drostenhofpark stattgefunden.

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