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Verkehrssicherheitstag am Gymnasium Wolbeck

Weil jeder Unfall einer zu viel ist

Münster-Wolbeck

Ausprobieren, Fragen stellen: Der Unfallpräventionstag am Gymnasium Wolbeck war alles andere als graue Theorie. Diesmal gab es sogar Unterricht für Inline-Skater.

Von Markus Lütkemeyer

Georg Hüging von der Skatenight Münster zeigte einige grundlegende Techniken für Inline-Skater. Foto: mlü

Georg Hüging holt sein Smartphone aus der Tasche und schmeißt es krachend auf den Boden. Das Handy poltert über die Pflastersteine. Alle schauen sich erschrocken um. Aber Hüging zuckt nur mit den Schultern: In seiner Schutzhülle ist dem Telefon nichts passiert.

Georg Hüging hat seine Leidenschaft, das Inline-Skaten, zum Beruf gemacht. Er veranstaltet zum Beispiel die Skatenight in Münster. Der Zweck seiner kleinen Demonstration ist klar: Schutzausrüstung ist notwendig. Das gilt für das Handy genauso wie für den Helm beim Radfahren. Beim Inline-Skaten führt kein Weg daran vorbei.

Eine Initiative der Kinderneurologiehilfe

Mehr als 70 000 Kinder erleiden jährlich Kopfverletzungen. Weil jeder dieser Unfälle einer zu viel ist, hat die Kinderneurologiehilfe gemeinsam mit vielen Akteuren vor knapp 15 Jahren den „Präventionstisch“ gegründet. Verkehrssicherheitstage in den Stadtteilen gehören zum festen Repertoire.

Der Unfallpräventionstag findet bereits zum fünften Mal am Gymnasium Wolbeck statt. Federführend ist die Kinderneurologie-Hilfe. Die Sicherheitsschule für Inline-Skater feierte allerdings am Mittwoch Premiere. Die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen lernten dabei auf dem Schulhof einige Notbremstechniken.

So geht es richtig: Finger nach oben, die Arme nach vorne durchrutschen lassen, statt zu versteifen. Foto: mlü

Auch das richtige Hinfallen stand auf dem Stundenplan: Die Knieschoner bremsen den Schwung ab, und der Skater fängt sich zur Not mit den Handgelenkschonern ab. Die Finger sind dabei gestreckt. Bei den Übungen geht es auch darum, die Scheu davor zu verlieren, die Protektoren auch wirklich einzusetzen.

Nur ein paar Meter weiter drehte sich alles um den toten Winkel. Die Verkehrswacht war zur Stelle und demonstrierte die Gefahren anschaulich mit einem geparkten Kleinlaster. Ein paar Kinder konnten sich locker vor den Blicken des Fahrers verstecken. „Im toten Winkel eines Lastwagens kann man sogar locker eine ganze Klasse verstecken“, weiß Christoph Becker. Deswegen lautet sein Appell: „Sicher ist man nur dahinter.“

Erste Hilfe und neue Schilder

Unter dem Vordach des Gymnasiums stand ein Rettungswagen der Johanniter. Die Schülerinnen und Schüler bekamen dort einen Einblick in die Arbeit der Rettungssanitäter – und direkt einen Erste-Hilfe-Kursus spendiert.

Auch die Polizei war vor Ort: In einem Stuhlkreis besprachen die Beamten Gefahren auf dem Schulweg und die Vorbildfunktion für jüngere Schülerinnen und Schüler. In einem weiteren Workshop ging es um Verkehrsschilder: Durch die Fahrradstraßen in Münster sind einige neue Exemplare dazugekommen.

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