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„Conjak Trio“ in Wolbeck

„Wenn ich mir was wünschen dürfte“

Münster-Wolbeck

Das „Conjak Trio“, das der Einladung des Vereins „KulturVorOrt Wolbeck“ in der Christuskirche folgte, traf mit dem Programm „Tanz auf dem Vulkan“ das Lebensgefühl der bewegenden Zwanziger Jahre.

Helga Kretzschmar

Begleitet von viel Beifall bot das „Conjak Trio“ Songs aus der Zeit der Weimarer Republik. Foto: hk

Es brodelte gewaltig in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ideen wurden geboren, Filme entstanden wie Dr. Mabuse oder Nosferatu. Es war ein ausuferndes Leben der Generation, die von dem Ersten Weltkrieg genug hatte und sich dem vollen Vergnügen hingab, mit durchtanzten Nächten, Alkohol und Drogen.

Aber, die Goldenen Jahre bargen auch schlimme Ahnungen. Die galoppierende Inflation, die Millionen Reiche zu armen Bettlern machte. Da hieß es, immer schön geschmeidig bleiben wie beim „Kleiner Mann, was nun?“. Das „Conjak Trio“, das der Einladung des Vereins „KulturVorOrt Wolbeck“ in der Christuskirche folgte, traf mit dem Programm „Tanz auf dem Vulkan“ die bewegenden Zwanziger Jahre, die vom Aufbruch bestimmt waren und letzten Endes im Chaos endeten.

Wer kennt sie nicht, die Songs der Weimarer Republik? Wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists oder „Veronika, der Lenz ist da“. Alltagsgeschichten perfekt aufs Korn genommen, Sehnsüchte, die wir heute noch pflegen, sind aktueller denn je. „Wochenend und Sonnenschein“ oder „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn“ spiegeln die Stimmung der Zwanziger Jahre wieder.

Kurze Haare, Frauen ohne Korsett, sie dürfen wählen – und 100 Jahre Bauhaus. Trotz Gleichberechtigung finden sich die Studentinnen in der Weberklasse wieder. Während in Berlin das Leben pulsiert mit Sex, Drogen und Andersdenkenden. Neben satirisch angehauchten mischten sich auch nachdenkliche Songs wie „Wenn ich mir was wünschen dürfte.... möchte ich etwas glücklich sein“.

Der Abend war ein wahrer Ohren- und Augenschmaus, den die Zuschauer in der ausverkauften Christuskirche genießen durften. Dass Christiane Hagedorn nicht nur eine hervorragende Sängerin ist, sondern auch ausgebildete Schauspielerin, machte den Abend zu einem ersten Höhepunkt der Veranstaltungsreihe von KulturVorOrt. Ihr weites künstlerisches Spektrum begeisterte. Zumal sie stimmig von Martin Scholz am Klavier und Dieter Kuhlmann am Bass begleitet wurde.

Beide boten mit Trompete und Saxofon musikalische Vielfalt. „Ihr ward ein tolles Publikum, wir kommen wieder“, bedankte sich Hagedorn beim Publikum. Am 21. Februar wird Michael Mühlmann Songs aus den Siebziger bis Neunziger Jahren bringen.

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