1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Stadtwerke-Busfahrer zurück zur Mutter

  6. >

Tochterunternehmen soll aufgelöst werden

Stadtwerke-Busfahrer zurück zur Mutter

Münster

17 Jahre lang stellten die Stadtwerke neue Busfahrer nur im Tochterunternehmen VSM ein. Damit ist möglicherweise bald Schluss.

Klaus Baumeister

In den Stadtwerke-Bussen sitzen möglicherweise künftig auch nur noch Stadtwerke-Busfahrer Foto: Oliver Werner

Die vor 17 Jahren gegründete Verkehrsservicegesellschaft Münster (VSM) steht nach Informationen unserer Zeitung vor dem Aus. Es gibt Überlegungen der Stadtwerke, die rund 150 Busfahrer, die in diesem Tochterunternehmen arbeiten, wieder in die Stammbelegschaft aufzunehmen. Derzeit gehören Busfahrer, die im blauen Stadtwerke-Look am Steuer sitzen, zwei unterschiedlichen Unternehmen an, wobei VSM-Busfahrer schlechter bezahlt werden.

Im Hintergrund dieser weitreichenden Entscheidung stehen einige Arbeitsgerichts-Prozesse, die VSM-Busfahrer gegen die Stadtwerke angestrengt haben. Am Dienstag wurde in einem Fall vor dem Arbeitsgericht Münster verhandelt. Auch wenn kein Urteil gesprochen wurde, so machte die Verhandlung deutlich, dass das bisherige Nebeneinander von VSM- und Stadtwerke-Busfahrern nicht weiter fortgesetzt werden kann, ohne dass die Stadtwerke in Konflikt kommen mit dem neuen Zeitarbeitsgesetz.

In einem Bericht der Stadtwerke-Geschäftsführung an den Aufsichtsrat heißt es, dass die Stadtwerke die Dienste der VSM vermutlich künftig nur in Anspruch nehmen könne, wenn Änderungen vorgenommen werden: die VSM muss einen eigenen Geschäftsführer bekommen, sie muss eine eigene Einsatzleitstelle vorhalten, mit eigenen Disponenten arbeiten und darüber hinaus auch einen eigenen Betriebsrat einrichten.

Rückführung der VSM-Fahrer zum 1. Juli

Ganz abgesehen davon haben die Experten ausgerechnet, dass bei getrennten Dienstplänen für VSM- und Stadtwerke-Busfahrer einige Mehreinstellungen erforderlich wären, weil sich die Busfahrer nicht mehr gegenseitig vertreten könnten.

Kurz und gut: Den finanziellen Vorteil, den die Stadtwerke durch die schlechtere Entlohnung der VMS-Busfahrter erzielt haben, würden durch die Mehrkosten der Umstrukturierung wieder verloren gehen. Die Rückführung der VSM-Fahrer soll zum 1. Juli erfolgen.

Einen solchen Schritt hatte die SPD-Ratsfraktion bereits 2016 gefordert, fanden für diesen Schritt im Rat aber keine Mehrheit. Damals hatten die Stadtwerke ausrechnet, dass die Personalkosten um gut drei Millionen Euro steigen würden. Jetzt ist von 760.000 Euro die Rede.

Eine VSM indes, die „rechtssicher“ als eingeständiges Unternehmen geführt wird, hätte Mehrkosten von knapp einer Million Euro zur Folge, heißt es.

Startseite
ANZEIGE