1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Starthilfe für „Frühchen“

  6. >

Info-Veranstaltung am Weltfrühgeborenentag

Starthilfe für „Frühchen“

Münster

Am internationalen Weltfrühgeborenentag informierte der Verein „Das frühgeborene Kind Münster e.V.“ im UKM über seine Arbeit und sammelte Spenden. Ein Inkubator mit Puppe „Lisa“ stand zu Demonstrationszwecken bereit.

Maria Conlan

Kinderintensivkrankenschwester Kathrin Heidemeyer, auch 2. Vorsitzende des Vereins „Das frühgeborene Kind Münster“, erklärt den Inkubator. Foto: con

Bunte Luftballons und köstlicher Waffelduft im Westturm der Uniklinik führten zum Stand des Frühchen-Vereins. Aus Anlass des internationalen Weltfrühgeborenentags (17. November) bot der Verein „Das frühgeborene Kind Münster e.V.“ frische Waffeln an, informierte über seine Arbeit und sammelte Spenden, um Eltern und Kinder weiterhin unterstützen zu können. Ein Inkubator mit Puppe Lisa stand zu Demonstrationszwecken bereit.

Das Datum geht auf einen der Stiftungsgründer des europäischen Frühgeborenenvereins EFCNI zurück. Nach dem Verlust seiner zu früh geborenen Drillinge im Dezember 2006 wurde er am 17. November 2008 Vater einer gesunden Tochter.

Jährlich bis zu 60 Frühchen im UKM

Dr. Isabell Hörnig-Franz, Oberärztin der Neonatologie und Mitglied im Frühchen-Verein, berichtete, dass jährlich bis zu 60 Frühchen unter 1500 Gramm im Universitätsklinikum Münster (UKM) geboren werden. Schon vor der Geburt beginne die Betreuung, indem Ärzte versuchen, Eltern die Angst vor bevorstehenden medizinischen Maßnahmen zu nehmen. Die Klinik gewährleistet eine Team-Betreuung durch Experten verschiedener Abteilungen, dabei Kardiologen, Augenärzte, Neurologen und HNO-Fachkräfte. Häufige Gefahren betreffen die noch unreife Lunge, das Herz, die Augen, es kann zu Hirnblutungen und Darmentzündungen kommen.

Dr. Isabell Hörnig-Franz, Oberärztin der Neonatologie

Nach dem stationären Aufenthalt werden Kind und Eltern weiterhin durch die Frühchensprechstunde im UKM unterstützt. Hörnig-Franz betonte, dass auch ein speziell ausgebildetes Pflegepersonal zur Verfügung stehe. Diese kleinsten Patienten stellen übrigens die größte Patientengruppe in Deutschland: 60 000 Frühchen jährlich bedeuten, dass jedes zehnte Kind zu früh auf die Welt kommt. „Stevie Wonder war auch Frühchen“, das habe zu seiner Erblindung geführt, berichtete die Neonatologin.

Frühchencafé und Musiktherapie

Intensivkinderkrankenschwester Kathrin Heidemeyer erklärte den Inkubator. Sigi Meinel, die 14-tägig zum Frühchencafé einlädt, verteilte Infomaterial. „Hier haben die Eltern eine Auszeit und Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen“, berichtete Heidemeyer.

Der Spendenerlös von der Waffelaktion kommt der Musiktherapie zugute, die sowohl Kinder als auch ihre Eltern entspannt, und der Anschaffung weiterer Liegen für die Känguru-Methode, dem Kuscheln mit Hautkontakt für Säugling und Eltern. Das geht auch bei beatmeten und „verkabelten“ Babys und ist für die körperliche und seelische Entwicklung unentbehrlich.

Startseite
ANZEIGE