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Dehoga-Auszeichnung für Prof. Dr. Martin Winter

Steffi Stephan lässt Batterieforscher strahlen

Münster

Wenn ein Rockmusiker die Laudatio auf einen Batterieprofessor hält, könnte das Spannungsfeld kaum größer sein. Die Verleihung der „Silbernen Kiepe“ des Hotel- und Gaststättenverbandes in Münster war eine launige Angelegenheit.

Von Dirk Anger

Prof. Dr. Martin Winter (3.v.r.) erhielt die „Silberne Kiepe“ des Dehoga-Kreisverbandes Münster. Mit einer weiteren Kiepe wurde Dr. Anke Meizies (2.v.l.) für ihre Verdienste um die Gastronomie ausgezeichnet. Es gratulierten (v.l.) Dehoga-Kreisvorsitzender Hendrik Eggert, Laudator Steffi Stephan, Frank Knura (Sponsor Sparkasse) sowie Dehoga-Ehrenvorsitzender und Laudator Wolfgang Deckenbrock. Foto: Oliver Werner

Echt mulmig sei ihm geworden, als er alle Informationen über den neuen Träger der „Silbernen Kiepe“ erhalten habe, verriet Panik-Rocker Steffi Stephan zu Beginn seiner Laudatio über Batterieforscher Prof. Dr. Martin Winter. „Ich als Rockmusiker und ehemaliger Volksschüler wusste nicht einmal alle Auszeichnungen richtig einzuordnen.“

Dafür aber traf der Bassgitarrist genau den richtigen Ton, als er am Sonntagabend im Hotel Kaiserhof ein launiges Loblied auf den neuen Träger der Silbernen Kiepe vortragen durfte. Der münsterische Ableger des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga zeichnet damit – eigentlich alle zwei Jahre – Bürger der Stadt aus, die sich in vorbildlicher Weise für das Ansehen Münsters eingesetzt haben.

Neuer Kiepen-Träger mit 1000 LPs

2018 wurde Steffi Stephan eben diese Ehre zuteil, die ihn nun coronabedingt erst vier Jahre später zum Laudator werden ließ. Beim Gründer des Batterieforschungszentrums der Universität „handelt es sich offensichtlich um einen besonders schlauen, ehrgeizigen, gebildeten und garantiert fleißigen Mann“, stellte der Musiker fest – und merkte augenzwinkernd an: „Eigentlich das genaue Gegenteil von mir. Oder?“

Doch die Liebe zur Musik scheinen beide zu teilen, auch wenn Winter kein Instrument spielt. Aber der neue Kiepen-Träger besitzt nach eigener Aussage rund 1000 LPs und 400 CDs. Eine Platte von Udo und dem Panikorchester kommt jetzt dazu, wie Steffi Stephan versprach.

Steffi Stephans launige Laudatio auf Prof. Dr. Martin Winter – die Highlights

Es wird die erste Lindenberg-LP bei ihm sein, ließ der Ausgezeichnete wissen, der schon seit 14 Jahren und zehn Monaten in Münster lebt – und zumindest bis zur Pensionierung hier wohnen bleiben will. „Ich bin hier gerne gesellschaftlich unterwegs.“ Zuvor hatte sein Laudator bereits Winters Lieblingsgericht öffentlich gemacht: Heilbutt mit Spargel.

Eggert dankt für Entschädigung in der Corona-Krise

„Wir sind stille Profiteure Ihres Tuns“, bedankte sich der Dehoga-Kreisvorsitzende Hendrik Eggert dafür, dass Winter immer wieder internationale Gäste nach Münster holt, die auch Hotellerie und Gastronomie der Stadt beleben. Und man habe den neuen Kiepen-Träger vorausschauend ausgewählt, betonte Eggert unter Verweis auf den Klimawandel.

Kommentar: „Gastro-Oscar“ bietet Chancen

Ein Blick auf die eigene Zunft: Im Namen der Branche bedankte sich der Dehoga-Vorsitzende öffentlich dafür, im Zuge der Corona-Krise zwar „sehr, sehr spät, aber angemessen entschädigt worden zu sein“. Dass Krieg, Inflation und Energiemangel der Gastronomie das Leben erschweren, blieb nicht unerwähnt. Trotzdem stehe man hinter den Maßnahmen, um die Werte von Freiheit und Demokratie zu verteidigen, müsse aber aufpassen, dass die wirtschaftliche Stärke des Landes nicht nachhaltig aufs Spiel gesetzt werde. Was Eggert indes ratlos zurückließ: Zu wenig Menschen wollen in der Gastronomie arbeiten.

Neue Auszeichnung für Einsatz im Gastgewerbe

Um den besonderen Einsatz für das Ansehen des Gastgewerbes zu würdigen, verlieh der Dehoga-Kreisverband erstmals eine zweite „Silberne Kiepe“. Dessen Ehrenvorsitzender Wolfgang Deckenbrock hob die „wertvollen Dienste“ von Dr. Anke Meizies hervor. Die Ausgezeichnete leitete viele Jahre die Abteilung Gastgewerbe am Adolph-Kolping-Berufskolleg, der zuständigen Berufsschule für die Auszubildenden im Gastgewerbe. „Eine Grande Dame der Gastronomie.“

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