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Band trifft Sinfonieorchester

Stehende Ovationen für Sinne der Liebe

Münster

Riesenapplaus für die Band „Spark“ und das Sinfonieorchester. Mit einem ungewöhnlichen Konzert startete die Spielzeit.

Von Brigitte Heeke

Das Sinfonieorchester Münster spielte im Kleinen Haus des Theaters zusammen mit „Spark“, Gewinner des ECHO-Klassik 2011. Foto: Brigitte Heeke

Mit der Liebe ist es so eine Sache: Sie kommt und geht, oder sie kommt und bleibt. Zwischen dem Umwerben und (bestenfalls) einer Art Happy End passt viel Drama. Kunst, Literatur und die Kinoleinwände sind voll davon, aber erst die Musik. Darum dreht sich die Suite „Kiss of Fire“ von Chiel Meijering. Einige Sätze daraus musizierte, ach was: feierte die klassische Band „Spark“ zusammen mit dem Sinfonieorchester Münster in einer „Monday Night Music“ im Kleinen Haus.

„Spark“ spielt in einer Quintett-Besetzung mit Geige, Cello, Klavier und Blockflöten einen rockigen Mix aus Klassik, Minimal Music, Avantgarde und mehr. Anleihen bei Techno und Clubmusik sind ebenfalls willkommen. Beim ersten Konzert der Spielzeit war einiges los auf der Bühne. Kontraste in Rhythmus und Lautstärke zeichneten in einem mit „Love and Hate“ überschriebenen Satz große Leidenschaften nach. „When Love Comes Knocking“ fächert, von der afrikanischen Weltmusik inspiriert, eine große rhythmische Vielfalt und Bandbreite auf. Da alles irgendwie gleichzeitig passiert, würde das Stück glatt als musikalische Beschreibung einer hochfrequentierten U-Bahn-Station zur Rush Hour durchgehen. Riesenapplaus. In „Scotch Club“ von Victor Plumettaz, dem Cellisten von „Spark“, würdigte die Band mit Loops die Anfänge der DJ-Tradition. Ein Stück mit dem sprechenden Titel „Again, Again, Again, Again, Again“ arbeitet im Stil der Minimal Music mit Patterns, die sich in immer neuen Zusammensetzungen wiederholen.

Das Sinfonieorchester (Leitung: Henning Ehlert) bereicherte die Sets um mediterran und südamerikanisch inspirierte Tänze rund um Leidenschaft und Liebe: Sätze aus Rodion Schtschedrins „Carmen-Suite“, einer Ballettmusik für Streicher und 47 (!) Schlaginstrumente, zwei von Ottorino Respighis „Alten Tänzen und Weisen für Laute“, einen Tango von Astor Piazzolla und Filmmusik von Nino Rota. Standing Ovations erhielten Band und Orchester für „Five Senses of Love“, das die entspannte, aber gleichzeitig hellwache Musik in ungewöhnlicher Besetzung zum Abschluss der Nachtmusik noch mal auf den Punkt brachte.

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