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90 Jahre Institut der Feuerwehr NRW

Steigende Anforderungen und hohe Qualität

Münster

Das Institut der Feuerwehr (IDF) NRW an der Wolbecker Straße wächst und wächst, damit werden die Verantwortlichen den aktuell steigenden Anforderungen gerecht, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) beim Festakt zum 90-jährigen Bestehen des IDF.

Von Luca Pals

Mit einem Festakt wurde das 90-jährige Bestehen des Feuerwehr-Instituts am Samstag gefeiert. Foto: Luca Pals

Das Jahr 2020 war aufgrund der Corona-Pandemie nicht so erfolgreich wie zuvor geplant, die Zahlen sind dennoch beachtlich: Unter anderem 1140 Gruppenführer und 529 Zugführer wurden ausgebildet, 183 Gastdozenten waren vor Ort, gaben insgesamt fast 6000 Unterrichtseinheiten. 190 Mitarbeiter und 103 Fahrzeuge sind am Standort aktiv.

Direktor Berthold Penkert erinnerte beim Festakt an die Anfänge im Jahr 1931, als in Münster eine der ersten Feuerwehrschulen im damaligen Deutschen Reich durch den Westfälischen Feuerwehrverband gegründet wurde. Was seitdem passiert ist, weiß Michael Thissen. Der Feuerwehrhistoriker aus dem Referat elf, Brandschutzgeschichte, informierte über die Gründung des Rheinisch-Westfälischen Feuerwehrverbandes 1862 in Duisburg, die Idee einer gemeinsamen Feuerwehrschule für ganz Deutschland, aus deren Umsetzung nichts wurde, und später den Umzug des Instituts an die Wolbecker Straße sowie die Vergrößerung durch einen Standort in Handorf, der seit 2007 eine große Übungshalle für die praktische Ausbildung bereitstellt.

Evaluierung zusammen mit der Universität

Durch die Historie hindurch zieht sich der Slogan von Verbesserungen und Selbstreflexion. Diese funktioniert am Institut in besonderer Weise durch die Evaluierung, die wissenschaftlich durch die Zusammenarbeit mit der Universität unterstützt und begleitet wird. Der Psychologe Prof. Dr. Meinald Thielsch von der WWU ist seit 2015 an der Wolbecker Straße dabei, gratulierte zum 90. Geburtstag und lobte: „Ich habe immer das Gefühl, dass das Augenmerk stets darauf gelegt wird, was noch zu verbessern ist und wo man aktuell steht. Dabei gehen alle Beteiligten sehr ehrlich miteinander um – das macht auch die Qualität vor Ort aus.“

650 Veranstaltungen im Jahr

Was einst mit zwei Kursen pro Jahr begonnen hat, bietet 2021 rund 650 Veranstaltungen mit bis zu 15.000 Teilnehmenden. Den Termin eines runden Geburtstages ließ sich Herbert Reul daher auch nicht nehmen, im Besonderen lobte der Christdemokrat den Einsatz der Feuerwehrleute in den Flutgebieten und sagte: „Das Institut steht immer auf der Höhe der Zeit, das ist eine große Qualität.“ Unter anderem durch die zunehmenden Folgen des Klimawandels würden die Anforderungen in den kommenden Jahren weiter steigen. Direktor Penkert stellte die Veränderung der Lernmethoden von der reinen Wissensvermittlung hin zu kompetenzorientiertem Lernen in den Vordergrund. Für die Zukunft sei man gut gewappnet, an den eigenen Maßstäben und Qualitätsstandards wolle man sich auch in den kommenden Jahren messen lassen.

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