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Initiative Südviertel putzt Gedenktafeln

Stolpersteine zum Tag gegen Rassismus poliert

Münster

Sie sind Erinnerung an an Zeit, deren Einstellung niemals wiederkehren darf. Anlässlich des Tags gegen Rassismus, rückten die Stolpersteine am Sonntag in den Fokus.

Klaus Möllers

Gebhard Hofner von der Initiative putzte die Stolpersteine, hier vor dem Haus Dahlweg 62. Texte über das Schicksal der einstigen jüdischen Bewohner las Jan Enste (l.) vor. Foto: klm

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus am Sonntag hat die Initiative Südviertel an die Bedeutung der „Stolpersteine“ erinnert – nachmittags polierte man während eines Ganges durch das Viertel die Gedenktafeln auf den Oberflächen. Damit sie wieder besser erkennbar sind.

Der Künstler Gunter Demnig hat in den vergangenen Jahren auch in Münster an zahlreichen Orten vor Häusern Kopfsteine in den Bürgersteig eingelassen, die mit Namen und Daten an Bewohner erinnern sollen, die während der NS-Herrschaft deportiert und ermordet worden waren.

Man wolle „ein Zeichen gegen das Vergessen und gegen heutigen Rassismus setzen“, erklärten die zehn Teilnehmer über Sprecher Jan Enste. Obwohl viele Veranstaltungen der lokalen „Wochen gegen Rassismus“ der Stadt wegen der Corona-Beschränkungen nur über das Internet stattfinden können, habe man sich entschieden, draußen und damit sichtbar zu sein. „Für uns ist es wichtig, diese symbolische Aktion als Erinnerungsform und Mahnung im öffentlichen Raum zu machen“, hatte Bernd Backmann von der Initiative vor der Veranstaltung erklärt.

Erste Station auf dem Gang war das Haus Dahlweg 62, wo die Witwe Hedwig Rosenberg lebte. Sie war 1943 in ein Konzentrationslager verschleppt und ermordet worden. Informationen zu den Menschen – auch für vier weitere Adressen an Augustastraße, Hammer Straße, Kurzer Straße und St.-Josefs-Kirchplatz – hatte sich die Initiative über die Internetpräsenz des Geschichtsortes Villa ten Hompel besorgt. Vor den Häusern wurden die Messingplatten auf den Stolpersteinen mit Essig­essenz und Wasser gereinigt, ein Windlicht dazugestellt und die Texte zu den Schicksalen der betroffenen Bewohner verlesen. Vor zwei Jahren hatte die Initiative zum ersten Mal diese Gedenkaktion durchgeführt, 2020 fiel sie wegen Corona aus.

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