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Hauptausschuss beschließt Verkehrsversuche in der Altstadt

Straße als Experimentierfeld

Münster

Jetzt ist es fix: Im Sommer wird es in Münsters Altstadt drei große Verkehrsversuche geben. Autofahrer, Busfahrgäste und Radler müssen sich auf Änderungen einstellen. Hier der Überblick:

Von Klaus Baumeister

Die drei Verkehrsversuche (v.l.): Radler auf der Promenade in Höhe des Neubrückentors erhalten Vorfahrt; auf der Straßenachse vom Ludgerikreisel zum Landeshaus (hier die Herwarthstraße) kommt eine durchgehende Busspur; die Linien 6 und 8 fahren nicht mehr über den Bült, weil die Hörsterstraße gesperrt wird. Foto: Matthias Ahlke

Auf Münsters Innenstadt kommen in den Sommermonaten August und September drei große Verkehrsversuche zu. Das hat der Hauptausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend mit sehr großer Mehrheit beschlossen. Gegenstimmen gab es nur von der Linken. Konkret geht es um diese Punkte:

Die Verkehrsachse vom Ludgerikreisel über Schorlemerstraße, Herwarthstraße sowie Bahnhof- und Eisenbahnstraße bekommt eine durchgehende Busspur, die bis zum Landeshaus führt. Der Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Gäfgen sprach in diesem Zusammenhang von der „ersten Metrobuslinie“ in Münster. An vielen Stellen fallen Fahrspuren für Autos weg.

Buslinien 6 und 8

Die Hörsterstraße wird für den Auto- und Busverkehr gesperrt, um das eng bebaute Martiniviertel stadtgestalterisch aufzuwerten. Für die Radler hat die Sperrung den großen Vorteil, dass sie künftig die Hörsterstraße in beide Richtungen befahren können. In Verlängerung der Hörsterstraße soll (über den Bohlweg in Richtung stadtauswärts) die Veloroute nach Telgte gehen. Für Busfahrgäste der Linien 6 und 8 hat die Änderung den ganz erheblichen Nachteil, dass die Busse nicht mehr die zentrale Haltestelle Bült anfahren. Dies wurde in der Aussprache vielfach kritisiert. Sollte die Sperrung zu einer Dauerlösung werden, fordert die Politik neue Überlegungen zur Buslinienführung.

Vorfahrt auf der Promenade

An der Promenadenüberführung in Höhe des Neubrückentors (Kanalstraße) soll die Vorfahrtsregelung verändert werden. Radfahrer auf der Promenade haben Vorfahrt, der Autoverkehr auf der Achse Neubrückenstraße / Kanalstraße muss warten. Da auch Busse diese Achse benutzen, wären – im Falle einer Dauerlösung – Änderungen bei der Buslinienplanung erforderlich.

In der Aussprache gab es eine Kontroverse über die Frage, wer im Anschluss an die Versuche das weitere Verfahren bestimmt und nach welchen Kriterien über Erfolg oder Misserfolg entschieden werden soll. Besonders von Mitgliedern der CDU-Ratsfraktion wurde die Befürchtung geäußert, dass die Versuche nahtlos in eine Dauerlösung übergehen könnten.

Sperrung der Hörsterstraße

Stadtbaurat Robin Denstorff trat dieser Befürchtung klar entgegen. In allen Fällen gebe es differenzierte Auswertungen unter Beteiligung von Polizei, Ordnungsamt und Stadtwerken.

Teilweise werden bauliche Veränderungen, die für den Versuch vorgenommen werden, nach dem Ende des Versuchs nicht wieder abgebaut, um für den Fall einer Dauerlösung die Investition nicht ein zweites Mal tätigen zu müssen. Das hatte die CDU misstrauisch gemacht.

Die Linke, die als einzige Partei die Sperrung der Hörsterstraße und die Vorfahrtsänderung an der Promenade ablehnte, begründete dies mit den zu erwartenenden Verschlechterungen für den Busverkehr.

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