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Impfzentrum in der Halle Münsterland

Stresstest geglückt

Münster

Testlauf in der Halle Münsterland: 50 Feuerwehrleute spielten am Samstag im Impfzentrum in der Halle Münsterland verschiedene Impfszenarien durch. Mit dem Verlauf sind die Verantwortlichen zufrieden.

Helmut P. Etzkorn

Rund 50 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr kamen zum Stresstest unter Corona-Bedingungen in das Impfzentrum Münster. Foto: Stadt Münster

An der Uniformjacke von Bernd Oldach hängt ein Zettel mit einer Nummer, die Maske ist aufgesetzt, und jetzt steht der Chef der Feuerwehr Hiltrup vor dem Impfzentrum der Messehalle Nord. Er ist einer von knapp 50 Akteuren der Freiwilligen Feuerwehr, die am Samstagmorgen am nichtöffentlichen Testlauf für das neue Corona-Impfzentrum ausgewählt wurden.

46 Minuten für die Impfung

Und das ganze Prozedere von der Handdesinfektion am Eingang über die Anmeldung bis zur Verabschiedung dauert exakt 46 Minuten. Damit liegt „Musterpatient“ Oldach genau im Zeitfenster. „Das ist kein Hexenwerk, sondern gut durchgetaktet“, so Feuerwehr-Sprecher Jörg Rosenkranz.

Weil alle Impfkandidaten einen festen Termin bekommen, dürfte es am Eingang bei der Kontrolle der Papiere ebenso wenig eine lange Warteschlange geben wie später bei der eigentlichen Impfung. Rosenkranz: „Weil der Impfstoff erst hier für die Spritzen verdünnt und damit endgültig aufbereitet und dann nicht lange verwendbar ist, wird um Pünktlichkeit gebeten.“

Testlauf simuliert Schwierigkeiten

Beim Testlauf werden verschiedene Szenarien durchgespielt. Impfpass oder Einladungsschreiben vergessen? Falscher Termin? Beim Anmelde-Counter können die notwendigen Daten zur Not über Stadt und Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) recherchiert werden. Auch Personal mit englischen Sprachkenntnissen steht zur Verfügung. Nach der Anmeldung geht es zum ärztlichen Aufklärungsgespräch und dann gleich in eine der vielen Impfkabinen zur Injektion in den Oberarm.

Rosenkranz: „Wir können, wenn bei uns genügend Impfstoff vorhanden ist, am Tag bis zu 2400 Impfungen durchführen.“ Rein rechnerisch wären also alle Münsteraner bis Mai geimpft, wenn es Anfang Januar im Vollbetrieb losgehen könnte.

Zunächst sollen Münster nach Weihnachten aber nur Impfdosen für rund 300 Personen in Altenheimen zugeteilt werden.

Impfstoff wird täglich frisch angeliefert

Beim Testlauf, für den am Samstag nur eine der neun Impfstraßen geöffnet wird, werden auch Wehrleute in Rollstühle gesetzt. Das Zentrum ist barrierefrei, ausreichend Betreuer von den Hilfsorganisationen sind immer vor Ort. Gelagert werden die Impfstoffe in der Halle übrigens nicht, sie werden täglich frisch angeliefert.

Wo noch nachgebessert wird

Feuerwehr-Chef Gottfried Wingler-Scholz ist mit dem Stresstest zufrieden: „Die Lenkung des Personenstroms kann organisatorisch noch optimiert werden, auch bei der Kommunikation werden wir noch nachbessern.“

Dr. Peter Münster (KVWL): „Wir haben uns extra ein Szenario auferlegt, das besonders fordernd war und alle Teilbereiche noch einmal richtig in Schweiß gebracht hat. Nun könnte es hier ab morgen definitiv losgehen.“

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