1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Streugranulat sorgt für platte Fahrradreifen

  6. >

Reifenkiller

Streugranulat sorgt für platte Fahrradreifen

Münster

Los ging es mit dem ersten Schneefall im Dezember. Seitdem holen Fahrradhändler häufig kleine Splitter aus den Reifen der Leezen. Schuld ist wohl ein Streumittel.

Karin Völker

Cengiz Cesur hat schon aus unzähligen Fahrradreifen spitze Granulatteilchen geholt. Foto: kv

Cengiz Cesur, Fahrradhändler mit Werkstatt an der Friedrich-Ebert-Straße, wunderte sich nach dem ersten Schneefall im Dezember. Da kam der große Schwung von Fahrradbesitzern, die einen Plattfuß hatten. Auch die mit den teuren, angeblich „unplattbaren“ Reifen. Der Kundenandrang hat seither nicht nachgelassen.

Aus dem Gummi holten die Mechaniker in der Werkstatt nicht die sonst üblichen Scherben oder Metallteile. Die Übeltäter sind fast immer winzige Steinchen mit superscharfen Kanten, „Streumaterial gegen Glätte“, sagt Cesur. Täglich hat er mehrere neue Fahrräder mit dem gleichen Schaden in der Werkstatt. „Das kannten wir aus anderen Wintern nicht“, sagt er.

Auch in der Werkstatt bei „Drahtesel“ am Servatiiplatz finden die Mitarbeiter beim Flicken in diesem Winter vermehrt die scharfen Steinchen, die im Profil hängenbleiben und sich dann, so glaubt Cesur, auch durch das stabilste Material hindurcharbeiten.

Arbeitet die Stadt in diesem Winter mit neuem Material? „Wir streuen auf Radwegen und Straßen gar kein Granulat“, beteuert Manuela Feldkamp, die Sprecherin der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM). Lediglich in Fußgängerbereichen vor öffentlichen Gebäuden, wo die AWM den Winterdienst übernommen habe, werde mit dem üblichen Lavagranulat gestreut. „Und Privatleute nutzen es natürlich auch“, so Feldkamp im Gespräch mit unserer Zeitung. Zu kaufen ist das Granulat in Baumärkten und vielen Supermärkten.

Die Granulatsplitter sind nur sehr klein - sorgen bei vielen Fahrradreifen aber im Moment für große Probleme. Foto: kv

Das Granulat wird als umweltfreundliche Alternative zum Streusalz angepriesen. Es stumpfe besser ab, müsse auch nicht weggekehrt werden, heißt es auf Ratgeberseiten im Internet.

Genau das scheint für Fahrradfahrer aktuell das Problem zu sein. Ein Mittel gegen die in diesem Jahr offenbar extra-scharfen Granulat-Steinchen gibt es aber vorerst nicht. Außer vielleicht häufiger mal das Reifenprofil an den Fahrradrädern untersuchen.

Startseite
ANZEIGE