Klimaneutrales Münster bis 2030
Studie: Klimaneutralität nur mit tiefgreifendem Wandel möglich
Münster
Die Stadt Münster möchte bis 2030 klimaneutral werden. Welche Schritte notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen, legt jetzt eine von der Verwaltung in Auftrag gegebene Studie offen. "Ad-hoc-Maßnahmen" könnten demnach schon etwa 250.000 Tonnen CO² einsparen.
Bis 2030 soll Münster klimaneutral werden, das hat der Rat der Stadt im vergangenen Jahr beschlossen. Entsprechend sollen Treibhausgase im Stadtgebiet vermieden und reduziert werden. "Die Leitplanken für den Weg dorthin mit konkreten Klimaschutzmaßnahmen, die die Stadt selbst anstoßen kann, hat nun eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie aufgezeigt", heißt es in einer städtischen Pressemitteilung.
Insgesamt liegt laut Studie das Potenzial, welches die Stadt Münster zusammen mit allen Akteuren aus Unternehmen und Zivilgesellschaft dabei selbst konkret heben kann, bei rund 50 Prozent. Solange auf Bundesebene das Ziel verfolgt wird, erst bis zum Jahr 2045 und in der EU bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden, sei die vollständige Klimaneutralität bis 2030 in der Stadt Münster alleine kaum zu erreichen, so die Gutachter. Es seien grundlegende Systemumbrüche notwendig, um dem Ziel näher zu kommen. Das betreffe insbesondere die Energieversorgung sowie die städtische und regionale Mobilität.
CO²-Bilanz in Münster sinkt - aber nicht stark genug
Die Erwartung, einen abschließenden Maßnahmenkatalog zur Sicherstellung der Klimaneutralität bis 2030 für Münster aufzuzeigen, sei daher derzeit noch nicht möglich, so die Gutachter. Deutlich wird dies laut der Mitteilung der Stadt etwa bei der Betrachtung der städtischen Klima- und Energiebilanz: Die CO²-Bilanz sinke zwar seit Jahren, jedoch ist die Kurve nicht so steil, wie sie sein müsste, um bis 2030 bei null anzukommen.
"Die aus den gutachterlichen Empfehlungen abgeleiteten Maßnahmen, die die Stadt Münster jetzt direkt selbst anstoßen kann, um bis 2030 klimaneutral zu werden, heißen 'Ad-hoc-Maßnahmen' und werden nun dem Rat zur weiteren Entscheidung vorgelegt", teilt die Stadtverwaltung mit. Die Maßnahmen zeigen demnach auf, welche nächsten Schritte im Handlungsspielraum der Stadt liegen.
Oberbürgermeister Markus Lewe
Darunter finden sich zum Beispiel die Durchsetzung des Neubaustandards KfW-Effizienzhaus 40, ein Handlungsprogramm für eine klimaneutrale Stadtverwaltung oder die 100-prozentige Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien für Münsters Privathaushalte. Die Maßnahmen haben ein potenzielles Einsparpotenzial von rund 250.000 Tonnen CO² kontinuierlich bis 2030, wenn sie schnellstmöglich in die Umsetzung kommen. Einige Maßnahmen können nach Angaben der Stadt ordnungsrechtlich und planerisch schnell umgesetzt werden, ohne zusätzliche Kosten für die Stadt.
"Dieses Jahrzehnt ist entscheidend. Münster soll bundesweit ein Signal setzen und zeigen, dass es ehrgeizige Kommunen gibt, die ihren Beitrag leisten wollen", sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. "Gemeinsam können wir eine erhebliche Reduzierung der CO²-Emissionen erreichen." Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck unterstreicht: "Wir stehen am Beginn einer gesellschaftlichen Debatte und benötigen die Unterstützung der ganzen Stadtgesellschaft, um unsere Stadt enkeltauglich zu machen."
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