Vorwahl für US-Präsidentschaftswahl in Münster

„Super Tuesday“ mobilisiert Demokraten

Münster

Dieser Dienstag ist der „Super Tuesday“. In etlichen US-Bundesstaaten stimmen Anhänger der Demokraten darüber ab, wer im November gegen Donald Trump antreten soll. Auch in Münster gibt es ein Wahllokal – und der Andrang ist groß.

Martin Kalitschke

Zahlreiche US-Amerikaner aus Münster und Umgebung stimmten am Dienstag über Trumps Gegenkandidaten ab. Foto: kal

Nein, sagt Matt LeMieux, mit so großem Andrang habe er nicht gerechnet. Schon kurz nach Öffnung des Wahllokals der „Democrats Abroad“, der Anhänger der US-amerikanischen Demokraten im Ausland, herrscht dichtes Gedränge im Hinterzimmer der Gaststätte „Herr Sonnenschein“. Sie alle wollen an diesem „Super Tuesday“ – wie Millionen anderer Amerikaner auch – mitentscheiden, wer im November gegen Amtsinhaber Donald Trump ins Rennen geht.

Rund 160 Demokraten-Anhänger gebe es in Westfalen, sagt Matt LeMieux von „Democrats Abroad“. Schon nach kurzer Zeit haben mehr als 20 ihre Stimme abgegeben – der große Andrang stimmt ihn mit Blick auf den 3. November optimistisch.

Deanne Howe lebt seit November in Münster. Ihr Mann ist bei der US Army in Dülmen. Deanne stimmte am Dienstag für Elizabeth Warren. Foto: kal

An der Wand hängen Wimpel und Fähnchen in den US-Farben, einige tragen Demokraten-T-Shirts. „Ich habe für Elizabeth Warren gestimmt“, sagt Deanna Howe. Sie stammt aus Georgia, ihr Mann ist bei der US Army in Dülmen stationiert, seit November leben die beiden in Münster. Warren sei besonnen und habe Führungsqualitäten, sagt sie. Ihr Mann Chris hat eine riesige Onkel-Sam-Mütze auf. „Die habe ich zum Karneval gekauft“, sagt er. Auch er gibt seine Stimme Warren – und ist „sehr überzeugt“, dass die Demokraten die November-Wahl gewinnen – wenn denn jene , die 2016 zuhause geblieben sind, diesmal ihre Stimme abgeben.

Dieser Anhänger der Demokratischen Partie erschien mit einer Uncle-Sam-Mütze im Wahllokal. Foto: kal

„Alles ist besser als Trump“, sagt Katie Bathgate, die aus Pennsylvania stammt und in Münster studiert. Sie ist als Wahlhelferin dabei – und will jeden Demokraten unterstützen, der im November gegen Trump antritt.

Amy Smith-Krieger aus Ohio lebt in Lengerich. Sie engagiert sich zum ersten Mal für die Demokraten. „Trumps Sieg war für mich ein Wake-Up-Call“, sagt sie. „Wenn wir nichts für die Demokratie tun, wird es keine Demokratie mehr geben.“ Sie ist hoch motiviert – und wie fast alle an diesem „Super Tuesday“ in Münster sehr sicher, dass das, was viele derzeit kaum für möglich halten, tatsächlich gelingen kann: Trump aus dem Weißen Haus zu vertreiben.

Gegen 20.30 Uhr wurde die Auszählung beendet. Gewinner mit 22 von 44 Stimmen ist Bernie Sanders.

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