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Aktion für kranke Kinder

Superhelden klettern an der UKM-Fassade

Münster

Als Corona die Besuche in Krankenhäusern erschwerte, kam die Idee auf: Warum nicht die kleinen Patienten der Kinderklinik durchs Fenster bespaßen? In den Bettentürmen des UKM muss man sich dafür aus großer Höhe abseilen . . .

Das ist Spiderman. Er kann zwar von außen nicht reingucken, aber die Kinder drinnen haben trotzdem ihren Spaß an ihm. Foto: Oliver Werner

Die Helden lassen auf sich warten. Im Film sind Batman, Superman, Flash und Co zwar nie zu spät – aber hier geht es um die knallharte Wirklichkeit. Und die sieht so aus: Acht Industrie- und Feuerwehrkletterer im Superheldenkostüm wollen sich am Westturm des Uniklinikums (UKM) abseilen, um damit kranken Kindern eine Freude zu machen. Und weil das eben nie zuvor geübt wurde, tauchen beim Abseilen Probleme auf.

Das größte Problem ist die sanierte Fassade selbst. Denn so lange der Altbau im Inneren noch unverändert ist, gibt es gewissermaßen zwei Außenfenster: Von innen sieht man nicht besonders gut nach draußen, und von außen kann man im Inneren absolut gar nichts erkennen. Deshalb sind die Kletterhelden per Funk mit Lotsen verbunden, die ihnen Anweisungen geben: Mehr nach rechts, mehr nach links, etwas höher . . .

40 Aktionen in ganz Deutschland

Die Idee entstand im Corona-Jahr 2020 an der Hamburger Uniklinik. In diesem Jahr gibt es Aktionen an 40 Krankenhäusern in ganz Deutschland, oft mit der Feuerwehr im Hintergrund. In Münster haben sich die UKM-Kulturbeauftragte Margarita Temming und der Industriekletterer Joel Krühler zusammengetan und die aufwendige Aktion geplant.

Aus 63 Metern Höhe seilen sich Minnie Maus, Donald Duck, Spiderman, Batman, Superman, Superwoman, Captain America und Flash ab und zeigen sich an den 60 Fenstern der Kinderstationen. Einige Kinder können mit ihren Helden per Funk sprechen. Später kommen die Kletterer noch mit dem Nikolaus auf die Station.

Viele Kinder und Eltern finden die Aktion cool. Doch sind auch kritische Stimmen zu hören – die den Trubel angesichts voll belegter Kinderstationen und Pflegenotstand für übertrieben halten.

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