1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Superkräfte gegen Kindesmissbrauch

  6. >

WN-Spendenaktion: Netzwerk Roter Keil

Superkräfte gegen Kindesmissbrauch

Münster

Gibt es einen Verdacht auf sexuelle Gewalt gegen ein Kind, ist die Kinderschutzklinik Datteln mit ihrem multiprofessionellen Team so etwas wie die schnelle Eingreiftruppe. Diesen wichtigen Schutz für Kinder unterstützt das Netzwerk Roter Keil.

Von Pjer Biederstädt

Die Abteilung für Kinderschutz an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln stärkt Kinder unter anderem präventiv gegen sexuelle Gewalt. Foto: David Benito/IMAGO

Seit über 20 Jahren verfolgt das Netzwerk Roter Keil das Ziel, Kinder vor sexueller Gewalt und Ausbeutung zu schützen, indem es gezielt Projekte und Facheinrichtungen unterstützt – wie zum Beispiel die Abteilung für Kinderschutz an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln.

Abklärung von akutem Verdacht auf Kindesmissbrauch, präventive Aufklärung, Therapie, Beratung – die Abteilung für Kinderschutz ist breit aufgestellt. „In unserem Team arbeiten Fachkräfte aus Medizin, Psychologie, Heilpädagogik, Sozialarbeit und Gesundheitswissenschaft Hand in Hand“, sagt Oberärztin Dr. Tanja Brüning. Die Leiterin der Abteilung für Kinderschutz der Vestischen Kinder- und Jugendklinik betont, dass man außerdem eng mit Jugendämtern, Polizei, Staatsanwaltschaften und Jugendhilfeeinrichtungen kooperiere.

Im Jahr etwa 150 akute Verdachtsfälle

Ein Beispiel: Findet die Polizei kinderpornografisches Material bei einem Familienvater, stellt sich die dringliche Frage: Ist das Kind selbst Opfer von sexueller Gewalt geworden? Welche Schritte müssen eingeleitet werden, um es zu schützen? Das multiprofessionelle Kinderschutz-Team bietet eine kindgerechte und traumasensible Untersuchung zur medizinischen Abklärung eines solchen Verdachtes an.

Im Jahr bearbeitet das Kinderschutz-Team aus Datteln durchschnittlich etwa 150 akute Verdachtsfälle von sexualisierter Gewalt. Nach den Missbrauchsfällen in Lügde und Münster mache sich die Aufstockung der Polizeiarbeit im Bereich der sexuellen Delikte in steigenden Fallzahlen – das heißt, einer höheren Aufdeckungsrate aus dem Dunkelfeld – bemerkbar.

Roter Keil als verlässlicher Partner

Das schnelle Eingreifen im Notfall ist jedoch nur ein Teil der Arbeit. Ein anderer ist beispielsweise die Präventionsarbeit. Der Verein „Ärztliche Beratungsstelle gegen Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern e.V.“, der in die Abteilung für Kinderschutz eingebettet ist, kümmert sich federführend um das Projekt „Powerkids“. „Dabei handelt es sich um eine Projektwoche für Vorschulkinder mit dem Ziel, Kinder in ihren Kompetenzen und ihrem Selbstbewusstsein gegen sexualisierte Gewalt zu stärken“, erklärt Tanja Brüning. Psychologen und Heilpädagogen vermitteln den Kindern, welche Grenzen Erwachsene wahren müssen und wie sie sich verhalten sollten, wenn sie sich unwohl in ihrer Haut fühlen. „Der Bedarf ist riesengroß“, sagt Tanja Brüning.

Drei Projekte - ein Konto

Auch dieses Projekt wird unter anderem vom Netzwerk Roter Keil unterstützt. „Über das verlässliche Engagement sind wir sehr froh“, sagt Abteilungs- und Projektkoordinatorin Dr. Cornelia Mohr. Wegen der Tabuisierung des Themas Kindesmissbrauch sei es für das Kinderschutz-Team nämlich nicht leicht, Unterstützer für seine Arbeit zu finden. „Umso wichtiger, dass es den Roten Keil gibt“, sagt Cornelia Mohr.

Das Team der Abteilung für Kinderschutz an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln (v.l.): Diplom-Psychologin Karla Hoheisel, Doris Weiring, Diplom-Psychologin Dr. Cornelia Mohr, Oberärztin und Leitung der Abteilung für Kinderschutz Dr. Tanja Brüning, Heilpädagogin (M.A.) Petra Spielberg Foto: Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln
Startseite
ANZEIGE