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Design-Studierende entwickeln Verkehrssicherheits-Kampagnen

Süße Schokolade wirbt künftig für mehr Rücksicht

Münster

Mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr – für dieses Ziel setzte die Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ auf Design-Studierende der Fachhochschule. Dies erarbeiteten Kampagnen – am Mittwoch wurden die Sieger gekürt.

Markus Kampmann

Die Jury der Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ kürte am Mittwoch die besten Kampagnen der Design-Studierenden, vorne (v.r.) die Plätze eins bis drei. Foto: mfk

Die süße Schokolade überzeugte: Mal joggt sie mit Warnweste und Stirnleuchte über die Promenade, mal wartet ein Schoko-Elternteil mit Schoko-Kind vor einer roten Ampel – der Slogan allerdings ist stets identisch: „Zeig dich von deiner Schokoladenseite!“ animieren die Plakate, die am Mittwoch vor der Jury der Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ das Rennen machten und bald in der Stadt zu sehen sein werden.

Design-Studierende der Fachhochschule (FH) Münster haben sie im Laufe ihres aktuellen Semesters erarbeitet. Insgesamt 22 Studierende des Grundlagenkurses Gestaltungsprojekte haben im Auftrag der Ordnungspartnerschaft in fünf Gruppen nicht nur Plakate, sondern ganze Kommunikationskampagnen unter dem Titel „Rücksicht im Straßenverkehr / Perspektivwechsel im Straßenverkehr“ erstellt. Die Kooperation sei „toll für beide Seiten“, weiß Projektkoordinatorin und Ideengeberin Sonja Hamberger-Rossol vom städtischen Ordnungsamt: Für die Ordnungspartnerschaft, weil sie „frischen Wind“ erhält, für die Studierenden, weil sie unter realen Bedingungen arbeiten konnten.

Aufsteller mit echter Schokolade

Dazu gehörten klare Vorgaben: So sollte die Kampagne wegen steigender Unfallzahlen für mehr Rücksicht im Straßenverkehr werben, mit positiven Emotionen und einem Bezug zu Münster, und sie sollte alle Verkehrsteilnehmer ansprechen.

Die Siegerinnen präsentieren die vier Plakate ihrer Kampagne. Foto: mfk

Die Siegergruppe, bestehend aus Anna Lena Idel, Miriam Pohl, Ulrike Käcker und Franziska Jochens, näherte sich der Aufgabenstellung mit System: Sie setzte wegen der breiten Zielgruppe auf Redewendungen. „Die versteht jeder“, erläutert Franziska Jochens. So sammelte die Gruppe Beispiele, schloss negativ besetzte wie „Tomaten auf den Augen“ aus und entschied sich letztlich für die „Schokoladenseite“. Die Illustratorin der Gruppe kreierte die Schoko-Tafel, die auf vier Plakaten vor realen Münster-Motiven als Werbe-Figur dient. Aufsteller – bestückbar mit echter Schokolade – und ein Entwurf für eine Internet-Seite gehören ebenfalls zu der Kampagne.

1250 Euro Preisgeld

Dabei sei der Jury die Entscheidung schwer gefallen, betonte Sonja Hamberger-Rossol am Mittwoch bei der Siegerehrung: „Alles, was wir gesehen und ihr präsentiert habt, hat uns gut gefallen.“ Fachlehrer Paul Bičište, der die Studierenden mit Jakob Maser und Louisa Duckwitz vonseiten der FH anleitete, bescheinigten allen eine hervorragende Arbeit: „Ich bin ziemlich stolz!“

Die Plakate der Sieger-Kampagne sollen voraussichtlich ab Herbst flächendeckend in Münster zu sehen sein, sagte Hamberger-Rossol. Außerdem stellte die Provinzial-Versicherung der Gruppe ein Preisgeld von 1250 Euro zur Verfügung. Aber auch den anderen Kampagnen wird ein öffentlicher Rahmen geboten: Die Polizei und der ADFC wollen alle Arbeiten ausstellen.

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