1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Symbol für Respekt und gegen Barbarei

  6. >

Verein „Spuren finden“ pflanzt Friedensrose

Symbol für Respekt und gegen Barbarei

Münster

Sogenannte Friedenrosen sollen in Münster an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Sie stehen fortan unter anderem an einem sehr prominenten Platz.

Von Luca Pals

Margrit Schilling (v.l.), Peter Schilling, Karin und Helmut Klas beim Pflanzen der Friedenrosen. Foto: Luca Pals

Seit Sonntagnachmittag ranken Rosen an einem Baum auf dem Domplatz. Wer aus dem Dom kommt, kann sie genauso wenig übersehen wie diejenigen, die in Zukunft über den Markt schlendern oder nur mal eben mit dem Rad zum Prinzipalmarkt unterwegs sind.

Ab jetzt sind sie allgegenwärtig und, wie Karin Klas vom Verein „Spuren finden“ sagt, „Teil des Alltags.“ Erinnern sollen diese Friedensrosen an die während des Nationalsozialismus getöteten, gefolterten, verfolgten und erniedrigten Menschen. Sie stehen als „Symbol gegen die Barbarei des Krieges“ und dienen als „Zeichen für Frieden und Respekt.“

"Stolpersteine" und Gedenkblätter

An drei weiteren Standorten wurden Friedensrosen vom Verein, der unter dem Dach von „Spuren finden“ seit 2001 an die ermordeten Opfer in Münster und dem Münsterland erinnern und ihnen gedenken will, gepflanzt. Unter anderem wurden seit Gründung des Vereins 291 „Stolpersteine“ in der Stadt verlegt, Gedenkblätter im Geschichtsort Villa ten Hompel erstellt und jährlich dezentrale Gedenkorte errichtet.

„Wir wollen an die Menschen erinnern, die Teil dieser Stadt und Region waren – deswegen sind die Gedenkorte überall verteilt: Sie sollen unter uns sein“, erklärt Klas. „Sie sind gleichzeitig Widerstand gegen den derzeitigen Rechtsruck mit einem Anstieg antisemitischer und rassistischer Gewalt.“

Neue Generation darf nicht vergessen

Zum Pflanzen am Sonntagnachmittag hatten sich einige Interessierte versammelt, im Stillen gedachten sie derer, die vor allem während des Zweiten Weltkrieges, der von 1939 bis Mai 1945 für Tod und Zerstörung sorgte, gestorben waren. Die Anbindung von Erinnerungen an den lokalen Rahmen des Geschehen seien laut Klas besonders wichtig, das Motto in diesem Jahr lautet „Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch“, der Verein „Spuren finden“ besteht seit 20 Jahren.

In diesem Zusammenhang freute sich Klas, die federführend mit ihrem Mann Helmut sowie dem Ehepaar Peter und Margrit Schilling die Aktion initiiert hatte, über den „Nachwuchs“: „Es ist wichtig, dass das Gedenken weitergetragen wird, und wir sehen: Das funktioniert.“

Ein hohes Gut sei es, dass Aktionen wie diese aus der Zivilgesellschaft kommen und von dieser getragen würden.

Startseite
ANZEIGE