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20 Jahre Münster-„Tatort“

Tatort-Premiere im Preußenstadion: Liefers fühlt sich wie Mick Jagger

Münster

Münster-Tatort Nummer 42 feierte am Dienstagabend Premiere im Preußenstadion. Die Zuschauer feierten die Schauspieler mit „La-Ola-Wellen“ – und Jan Josef Liefers fühlte sich ein bisschen wie Mick Jagger.

Von Martin Kalitschke

Im Preußen-Stadion feierte am Dienstagabend der neueste Münster-Tatort Premiere. Mit dabei: (v.l.) Björn Meyer, Jan Josef Liefers, ChrisTine Urspruch und Axel Prahl. Foto: Oliver Werner

Die Fans auf der Südtribüne sind außer Rand und Band. Sie klatschen und jubeln, La-Ola-Wellen rollen durch die vollbesetzen Ränge.

Man könnte meinen, dass unten auf dem Rasen der SC Preußen um den Aufstieg kämpft. Stattdessen ist es eine Handvoll Schauspieler, die die 2300 Zuschauer auf der ausverkauften Sitzplatztribüne im Stadion an der Hammer Straße in Wallung bringt. Genauer: die Hauptdarsteller des Münster-Tatort. Sie feiern am Dienstagabend mit ihrem Publikum den 20. Geburtstag der beliebten Krimireihe – und zugleich die Premiere der neuesten Folge „Ein Freund, ein guter Freund“.

Riesenleinwand auf dem grünen Rasen

Mit einem lauten „Happy Birthday, Münster-Tatort“ läutet eine WDR-Moderatorin den dreistündigen Tatort-Abend ein. Sie steht an einem weißen Tisch, der sich wiederum auf einem makellos grünen Rasen befindet. Dahinter steht eine riesige Leinwand, auf der erst ein Kurzfilm mit den schönsten Momenten aus 20 Jahren Münster-Tatort gezeigt wird – und später, nach Einbruch der Dunkelheit, Münster-Tatort Nummer 42.

In einer 45-minütigen Talkrunde stehen Schauspieler und Ehrengäste Rede und Antwort. „Der Münster-Tatort ist der beste Tatort, den es gibt, sorry an die anderen“, schwärmt Oberbürgermeister Markus Lewe. Zugleich sei der Münster-Tatort eine „tolle Werbung“ für die Stadt. „Münster“, sagt Lewe, „ist ein Versprechen von heiler Welt.“

Schönenborn beschwört „Lagerfeuer-Effekt“

Jörg Schönenborn, WDR-Programmdirektor, verrät, dass für ihn der Münster-Tatort „keine Liebe auf den ersten Blick“ gewesen sei. Zugleich beschwört er den Lagerfeuer-Effekt, für den die Tatort-Reihe an jedem Sonntagabend sorge – und lässt sich dann doch zu der Aussage hinreißen, dass dieses Lagerfeuer in Münster am schönsten brenne.

Im Mittelkreis des Preußenstadions war eine überdimensionale Leinwand für die Open Air-Premiere für den "Tatort - Ein Freund, ein guter Freund" aufgebaut. Foto: dpa

Und was sagen die Schauspieler? „Ich fühle mich wie beim Trabrennen in Ascot“, erzählt ChrisTine Urspruch, die im maßgeschneiderten Kleid und mit einem Aufsehen erregenden Hut das Publikum begeistert. Tatort-Premiere im Stadion? Findet sie gut, „aber ich sinke mit den spitzen Absätzen in den Rasen“.

Im Gegensatz zu den anderen Schauspielern ist Mechthild Großmann das Preußen-Stadion vertraut. „Hier war ich früher immer mit meiner Mutter beim Springreiten. Damals gab es noch kein Fernsehen.“

Jan Josef Liefers ist begeistert: „Ein Tatort in einem Stadion, wo sonst nur die Rolling Stones und U2 landen – großartig! Da kommt ein bisschen Mick-Jagger-Feeling auf.“

Karten nach zehn Minuten ausverkauft

Auch Axel Prahl gefällt der Ort, er findet es allerdings schade, dass nicht noch mehr Leute im Stadion sind: „Schließlich war die Vorführung nach zehn Minuten ausverkauft. Man hätte hier doch mindestens 4000 Zuschauer unterbringen können.“

Mittlerweile ist es dunkel geworden. „Wir können jetzt mal langsam mit dem Film anfangen“, sagt Prahl. Kurz darauf ertönt die Tatort-Melodie – Bühne frei für Boerne und Thiel!

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