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Hans-Böckler-Berufskolleg

Techniker entwerfen Sortiermaschine für Westfalenfleiß

Münster

Techniker der Hans-Böckler-Schule haben für die Westfalenfleiß-Werkstätten eine Sortiermaschine gebaut. Sie erleichtert die Arbeit ganz erheblich.

Von Andreas Hasenkamp

Dominik Floth, Michael Nowakowski, Salvatore Kerkin und Fabian Eising präsentieren ihre Sortiermaschine vor Vertretern von Westfalenfleiß und Berufskolleg. Foto: Andreas Hasenkamp

Vorne hatte ihn der angehende staatlich geprüfte Techniker in die Sortiermaschine gelegt, hinten kommt er heraus, fällt in die rote Kiste, die für den Ausschuss. Etwas ist falsch bei der Dichtung am Ölfilter-Deckel, das hat die Maschine erfolgreich geprüft. Der Test gehörte zur Präsentation einer Maschine, die zu mehr Beschäftigung führen soll, und bereits einen „Hype“ ausgelöst hat.

Bei Westfalenfleiß freuen sich schon viele, die Maschine einsetzen zu können, sagt Thomas Füchtenbusch, Fachbereichsleiter Produktion am Kesslerweg. Die Idee für das Abschlussprojekt der angehenden Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik am Hans-Böckler-Berufskolleg entstand aus einer Misere.

Überall muss die Dichtung richtig sitzen

Bei Westfalenfleiß versehen 30 bis 40 Beschäftigte Deckel mit Gummidichtungen; Hunderte kommen da zusammen, alle schwarz in schwarz, überall muss eine Dichtung in der richtigen Richtung korrekt eingesetzt werden.

Die Arbeit muss Industriestandards entsprechen, also kontrolliert werden. Manuell ist das eine mühsame, endlose Aufgabe für die Gruppenleiter, die sich doch um die Beschäftigten kümmern sollten. Eine Lösung zu finden, diese Aufgabe übernahmen Dominik Floth, Michael Nowakowski, Salvatore Kerkin und Fabian Eising.

Ihren Weg zur Lösung präsentierten sie Franziska Trappe von der Geschäftsführung von Westfalenfleiß und deren Sprecherin Hannelore Böhnke-Bruns sowie Lehrkräften des Berufskollegs, Anja Kaulingfrecks und Klaus Winter.

Maschine überprüft das Resultat

Die Beschäftigten, Menschen mit Behinderungen, legen die Dichtungen zukünftig in Magazine und die eigenhändig in die Maschine. Sind alle Öffnungen geschlossen, kann die Maschine gestartet werden, das Programm wird eingestellt und der Prozess beginnt.

Nach und nach laufen die Deckel über ein Transportband, zwei Kameras überprüfen das Vorhandensein der Dichtung und die korrekte Platzierung. Je nach Resultat plumpsen die Deckel in die rote oder eine blaue Kiste. Kein Gruppenleiter muss dies mehr machen, stattdessen können die Beschäftigten von Westfalenfleiß den Prozess selbst anstoßen. Und sich dann über eine volle blaue Kiste freuen. „Unsere Leute freuen sich“, sagt Böhnke-Bruns. Die Elektrotechniker hatten auch Fragen aus dem Maschinenbau zu lösen. Das Projekt habe sie „einige schlaflose Nächte gekostet“, so Nowakowski. Einfach und sicher musste die Maschine werden, außerdem leise und transportabel; die Lieferbarkeit von Ersatzteilen sichern renommierte Hersteller.

Ein Extra: die Maschine lässt sich auch für andere Aufgaben einsetzen. Bei Westfalenfleiß hofft man auf zufriedene Beschäftigte und weitere Aufträge.

Ein Bauteil fehlt noch

Einige Ergänzungen müssen die vier Techniker an der Maschine noch vornehmen, unter anderem, weil ein Bauteil noch fehlt, dann geht die Sortiermaschine in den Einsatz. Die angehenden Techniker des Hans-Böckler-Berufskolleg präsentierten ihr Projekte auch via Internet, jeder konnte zuschauen und sich einen Eindruck davon verschaffen, was die „Techniker“ in ihrer Weiterbildung lernen. Auch die Teilnahme an einem Chat war möglich.

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