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Neue Technik hilft Rettungssanitätern

Telenotarzt gibt die ersten Anweisungen

Münster

Bei Notfalleinsätzen sind die Rettungssanitäter meist einige Minuten eher da als der Notarzt. Um auch in dieser Zeit eine möglichst optimale medizinische Versorgung zu gewährleisten, kommt jetzt der Telenotarzt zum Zuge. Neue Technik macht es möglich.

wn

Moderne Übertragungsgeräte ermöglichen eine notfallmedizinische Ersteinschätzung auf Distanz. Foto: Stadt Münster

Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes in Münster spricht in einer ersten Bilanz von einem „wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Notfallversorgung von Akutpatienten.“ Prof. Dr. Andreas Bohn sagt: „Mit diesem System können die vorhandenen Notarzt-Ressourcen in Münster noch besser genutzt und die medizinische Versorgung von Patienten bis zum Eintreffen des Notarztes in vielen Fällen deutlich verbessert werden.“

Das Telenotarzt-System macht den Notfallsanitätern den notärztlichen Rat schon vor dessen Eintreffen zugänglich. Per Bild- und Datenübertragung können die meist zuerst eintreffenden Notfallsanitäter mit modernster Technik wichtige Informationen über den Patienten zu einem Telenotarzt in der Feuerwehrleitstelle übertragen und sich mit ihm abstimmen.

Ersteinschätzung aus der Ferne

So ist dem Telenotarzt fast immer eine erste Einschätzung aus der Ferne möglich, die das Expertenwissen der Notfallsanitäter vor Ort ergänzt und entsprechende Maßnahmen ermöglicht, noch bevor ein Notarzt physisch zum Einsatzort gelangt, wie das städtische Presseamt schreibt.

In Münster wurde die seit 2019 verfügbare Technik seit Sommer 2020 konsequent ausgebaut. Inzwischen verfügt der Rettungsdienst in Münster über ein vollintegriertes System, das die Übertragung von Echtzeitdaten zu notfallrelevanten Blut- und Kreislaufdaten sowie wichtige optische Eindrücke zuverlässig gewährleistet. Rund 30 Notfallsanitäter und Notärzte wurden Ende 2020 auf das neue System geschult, das nun seit dem 1. März auf zwei Rettungswagen (RTW) im Stadtgebiet eingesetzt wird.

Nahezu täglich begleitet seitdem der Telenotarzt Einsätze in der Domstadt. „Wir freuen uns, dass wir mit dem Projekt so gute Erfahrungen sammeln konnten. Zunächst sind wir mit zwei Rettungswagen in die Pilotphase gegangen. Wir hoffen aber, in Zukunft die Kapazitäten ausbauen und auch auf weitere Rettungsdienst-Bereiche in der Region erweitern zu können“, so Prof. Dr. Bohn.

Bislang 300 Einsätze

Während der durch die Covid-19-Pandemie strapazierten Ressourcen habe sich die telemedizinische Beratung als besonders wertvoll erwiesen. Über 300 telemedizinische Begleitungen sind inzwischen erfolgt.

Parallel laufen in Münster derzeit Gespräche mit den Nachbar-Kreisen zu Bildung eines regionalen Telenotarzt-Netzwerkes.

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