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Ebäcko zieht Bilanz für die Bäckereibetriebe

Teurer Weizen – unsichere Prognose

Münster

Die Ebäcko hat den langjährigen Geschäftsführer Ulrich Bücker verabschiedet. In der Corona-Pandemie fiel die Bilanz der Einkaufsgenossenschaft besser aus als erwartet, doch nun bereiten andere Entwicklungen den Betrieben Sorge.

Bei der diesjährigen Generalversammlung der Ebäcko in Münster wurde der langjährige Krimphove, Ulrich Bücker, Ilka Bücker, Ulrike Bücker und Marcus Heitmann. Foto: Ebäcko 2022 / Martin Wispel

Angesichts der schwierigen Gesamtlage präsentierte die Ebäcko für das Jahr 2021 ein überdurchschnittliches Ergebnis und beschloss die Auszahlung einer Dividende an ihre Mitglieder in Höhe von sechs Prozent.

Etwa 120 Besucher aus den Mitgliedsbetrieben der Ebäcko Bäcker- und Konditoren-Einkauf eG kamen jetzt zur Generalversammlung der Genossenschaft zusammen, wie die Ebäcko berichtet. Der neue Geschäftsführer Andreas Mensing dankte gleich zu Beginn des Vorstandsberichts seinem Vorgänger Ulrich Bücker für seinen pflichtbewussten Einsatz bis zum letzten Tag.

Zurückhaltende Prognose

Im Anschluss stellte er den aktuellen Geschäftsbericht vor. Verglichen mit der allgemeinen Umsatzentwicklung der Bäcker und Konditoren sei die Entwicklung des Handelsumsatzes im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Anstieg von 4,8 Prozent überdurchschnittlich, so Mensing. Auch der Rohertrag sei infolge der Umsatzzuwächse um 5,0 Prozent gestiegen. Trotz höherer sonstiger betrieblicher Aufwendungen lag das Jahresergebnis 17,8 Prozent über dem des Vorjahres. Die Geschäftsentwicklung beurteilte der Vorstand insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie insgesamt als zufriedenstellend im Rahmen der Planungen.

Mit Blick auf das laufende Jahr zeigte Mensing sich bei der Prognose für 2022 zurückhaltend. Aufgrund der explodierenden Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten, der anhaltenden Corona-Pandemie sowie den kaum abschätzbaren Folgen des Krieges in der Ukraine gehe der Vorstand bislang von einem gegenüber dem Vorjahr gleichen Jahresergebnis aus. Als Beispiel für die derzeit schwer zu planende Marktlage nannte Mensing unter anderem den Weizenpreis: „Weizen ist so teuer wie noch nie. Innerhalb von nur einem Jahr hat sich der Preis verdoppelt.

So einen Anstieg gab es seit zwei Jahrzehnten nicht.“ Ähnliche Preissteigerungen beobachte man derzeit bei Sonnenblumenkernen, Molkereiprodukten und Maschinen. Hinzu komme ab Oktober noch die Anhebung des Mindestlohns. Vor diesem Hintergrund müssten die Betriebe wohl auch zukünftig Preiserhöhungen vornehmen, so die Prognose Mensings.

Ex-Geschäftsführer Ulrich Bücker begann als Praktikant

Zum Abschluss der Generalversammlung stand die Ehrung des langjährigen, ehemaligen Ebäcko-Geschäftsführers Ulrich Bücker an, der bereits Ende 2021 in den Ruhestand gegangen war. 1973 kam Bücker als Praktikant zur Ebäcko, machte im Anschluss die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. 1996 übernahm er die Geschäftsführung und lenkte die Geschickte der Ebäcko in den folgenden 25 Jahren.

Stefan Strehle, Vorstandssprecher der BÄKO-Zentrale eG, dankte Bücker für die prägende Zeit – nicht nur bei der Ebäcko in Münster, sondern auch im Aufsichtsrat der BÄKO-Zentrale, dem Bücker seit 2002 angehörte. Auch Andreas Schneider, Vorstandsmitglied des DGRV, nutzte die Gelegenheit, Bückers vielfältiges Engagement hervorzuheben. Im Anschluss an seine Laudatio zeichnete er Bücker mit der goldenen Ehrennadel des DGRV aus, der höchsten Auszeichnung des Verbands. Als dritter im Bunde übernahm Ebäcko-Aufsichtsratsvorsitzender Georg Krimp­hove die „Verabschiedung Bückers aus der Ebäcko-Familie“, wie er sagte.

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