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Erstaunlicher Überschuss

Theater macht Millionengewinn

Münster

Ein Stadttheater wird in der Regel hoch subventioniert. Und ausgerechnet in der dicksten Corona-Saison macht Münsters Theater Gewinn? Ganz so einfach ist die Sache nicht...

Von Klaus Baumeister

Das Stadttheater Münster Foto: pp

Corona hat vieles durcheinandergebracht – und vieles auch teurer gemacht. Wie indes am Dienstagabend im Finanzausschuss deutlich wurde, sorgt Corona auch für manchen Geldregen; wobei man nicht so genau weiß, ob man darüber nun lachen oder weinen soll.

Auf dem Tisch lag der Jahresabschluss des Theaters Münster für die Spielzeit 2020/21. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung weist einen Überschuss von rund 4,8 Millionen Euro aus. Diese – an sich positive – Nachricht resultiert daher, dass corona-bedingt einige Ausgaben erst gar nicht getätigt werden mussten und das Theater darüber hinaus 3,3 Millionen Euro Kurzarbeitergeld kassierte, weil Theater-Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt wurde. Das Theater war ja über Monate hinweg geschlossen.

Kurzarbeitergeld rettet die Bilanz

Ein großer Teil des Geldes wandert in die Stadtkasse zurück. Mit anderen Worten: Ohne die Agentur für Arbeit, die das Kurzarbeitergeld ausgezahlt hat, müsste die Stadt Münster angesichts eines defizitären Haushalts noch mehr Schulden machen.

Einen kleineren Teil der Spielzeitüberschüsse kann das Theater behalten. Das Geld dient zur Mitfinanzierung von Theaterprojekten im Zusammenhang mit dem Jubiläum „375 Jahre Westfälischer Friede“ 2023.

Im sogenannten Managementkontrakt, der die Zusammenarbeit von Stadt und Stadttheater regelt, ist laut Ratspapier Folgendes festgelegt: „Soweit Teile des städtischen Zuschusses aufgrund ungeplanter Vorkommnisse nicht durch das Theater Münster verbraucht wurden, werden diese durch den städtischen Haushalt zurückgefordert. Dies betrifft insbesondere Überschüsse, die aufgrund von externen Transferleistungen entstehen.“

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