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Erhöhte Nachfrage während Corona-Pandemie

Tierschützer warnen vor Online-Haustierkauf

Münster

Während der Coronavirus-Pandemie stieg die Nachfrage nach Haustieren. Der Internet-Handel mit Haustieren floriert, doch Tierschützer warnen davor. 

Stephan Werschkull

Vor Tierhändlern aus dem Internet warnen Tierschützer. Gerade während der Pandemie-Zeit ist die Nachfrage gestiegen. Foto: dpa (Symbolbild)

Während der Coronavirus-Pandemie floriert der Handel mit Haustieren, berichtet der Deutsche Tierschutzbund. Das deckt sich mit der Erfahrung von Doris Hoffe, der 1. Vorsitzenden des Tierschutz-Vereins Münster und Umgebung. Noch spüre man das im Tierheim des Vereins nicht. „Ich befürchte aber aber, dass da einiges auf uns zukommt“, sagt sie. Spätestens wenn die Pandemie abflache, rechne sie damit, dass dann Tiere abgegeben würden. „Die Anschaffung erfolgt aus dem Moment“, erläutert Hoffe. Solche Tierkäufe kenne sie aus der Weihnachtszeit.

Tierhandel im Internet birgt Risiken

Durch die hohe Nachfrage laufe auch der Internethandel mit Tieren gut, berichtet Hoffe. Dabei rät sie dringend vom digitalen Tierkauf ab. Die einzige Information, die man über das Tier kriege, sei oft ein Bild. „Kauf-Interessenten müssen ihr neues Tier aber persönlich kennenlernen“, sagt sie. Schließlich unterscheide sich selbst in einem Wurf jeder Welpe voneinander. „Der Hund muss zum Menschen passen“, steht für sie fest.

Tierheime und Züchter statt Auslandsbestellung

Wenn der Eindruck erweckt werde, dass das Tier im Ausland leide und aus Tierschutz-Gründen nach Deutschland geholt werden solle, sei das oft nur ein Trick der Händler. „Es soll Mitleid erregt werden“, erklärt die Tierschützerin. Die Hunde und Katzen würden im Ausland eigens für den Export gezüchtet.

Aufgrund der frühen Trennung von der Mutter und der fehlenden medizinischen Versorgung wie Impfungen seien etwa Welpen aus dem Ausland meist krank, teilt der Deutsche Tierschutzbund mit. Wenn der neue Besitzer das bemerkt, hat er bereits viel Geld für das Tier gezahlt. „Dann wird das Tier im Internet weiterverkauft, damit man noch einen Teil des Geldes wieder reinbekommt“, erzählt Hoffe von ihren Erfahrungen. Die Tiere würden zum „Wanderpokal“ auf dem Schwarzmarkt.

Hoffe empfiehlt seriöse Züchter vor Ort und Tierheime als Ansprechpartner, wenn Käufer auf der Suche nach einem Hund oder anderem Haustier sind. Eine Sache müsse in jedem Fall von Beginn an klar sein, erläutert Hoffe: Das Erziehen des Tieres kann einem niemand abnehmen. Dafür brauche man Zeit.

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