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Katastrophenschutz-Übung der Johanniter

Training für den Ernstfall

Münster

Bei einer Großdemo kommt es zu Verletzten – die Lage ist glücklicherweise nicht real, sondern nur Teil der Herbstübung der Johanniter. Sie erklären, was in so einem Fall wichtig ist.

Die Katastrophenschutzeinheit der Johanniter kam zu ihrer Herbstübung zusammen. Dort wurde eine Lage erprobt, die sich beinahe jederzeit in der Stadt darstellen kann. Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe

Eine Großdemo am späten Abend, mehrere gewaltbereite Personen geraten aneinander, die Situation eskaliert. Die traurige Bilanz am Ende der Veranstaltung: 25 Verletzte, einige davon schwer. Ein Szenario, auf das die Katastrophenschutz-Einheit der Johanniter im Regionalverband Münsterland/Soest vorbereitet sein muss – und das in diesem Fall zum Glück nur eine Simulation war.

Anstatt echter Patienten versorgten die Einsatzkräfte bei ihrer Herbstabschlussübung „Verletzte“ in Papierform: Auf verschiedenen Karten im DIN A3-Format waren Verletzungen dargestellt, die Übungsleiter Philipp Wefringhaus am Ort der erdachten Demo verteilt hatte, dem Kanal im Stadtteil Hiltrup, nahe des Skateparks. Mit Aufklebern visualisierten die Ehrenamtlichen auf den Patienten-Karten ihre verwendeten Einsatzmittel, etwa Blutdruckmessgeräte, Druckverbände oder Infusionen.

Unübersichtliche Großschadenslagen

„Die Katastrophenschutz-Einheit der Johanniter ist darauf spezialisiert, in unübersichtlichen Großschadenslagen professionell und sekundenschnell zu handeln“, erklärt Wefringhaus. Das können Massenkarambolagen sein, Hochwasserkatastrophen, Amokläufe oder Attentate. All diese Situationen haben eines gemeinsam: Es gibt zunächst mehr Verletzte als medizinisches Personal.

Eine Herausforderung bei solch einem „Massenanfall von Verletzten“: den Überblick über die Situation zu gewinnen und diesen auch zu wahren, wenn weitere Verletzte hinzukommen. „In unserer Herbstabschlussübung haben wir das System durch eine zunehmende Zahl an Patienten nach und nach immer stärker belastet und den Einsatz von Personal- und Materialressourcen sowie Transportorganisation simuliert“, so Philipp Wefringhaus. Prioritäten zu setzen sei dabei besonders wichtig.

Philipp Wefringhaus

„Um eine Vielzahl von Patienten behandeln zu können, müssen die Rettungskräfte schnell und taktisch vorgehen. Das kann jedoch nur erreicht werden, wenn diese die Chance haben, derartige Situationen regelmäßig zu üben. Wir sind froh, dass das nach Corona-bedingter Pause nun wieder möglich ist“, so Wefringhaus.

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