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Tischfußball-Verband legt Konzept für den Standort Münster vor

Traum von Europas Kicker-Zentrum

Münster

Noch fehlt Geld, die Ziele aber sind groß: Münster soll laut eines Verbands-Konzeptes das Zentrum für den Tischfußball-Sport werden. An einem Standort, den jeder in der Stadt kennt.

Von Björn Meyerund

Noch sieht die Halle hinter dem Jovel nicht besonders einladend aus. Doch geht es nach dem DTFB, soll dort das deutsche Tischfußball-Zentrum entstehen. Julian Wortmann (DTFB, v.l.), Bürgermeister Klaus Rosenau, Philipp Hagemann (SPD), Klaus Gottesleben (DTFB) und Astrid Bühl (CDU) stiegen bereits testweise ins Geschehen ein. Foto: Björn Meyer

Nur wenige Meter hinter dem Bereich, in dem im Jovel normalerweise getanzt und getrunken, gelacht und gefeiert wird, befindet sich eine weitere große Halle, die derzeit vor allem als Stell- und Lagerfläche dient. Für einen Teil dieses Areals hat der Deutsche Tischfußball-Bund (DTFB) große Pläne. Dort nämlich soll nach Willen des Verbandes, der in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist und dem mittlerweile 13 Landesverbände angehören, ein Zen­trum für Tischfußball ent­stehen. Genau genommen nicht irgendein Zentrum, sondern das Zentrum in Deutschland, vielleicht sogar in ganz Europa. Dort sollen regelmäßig Turniere, Bundesligaspieltage und Deutsche Meisterschaften stattfinden. Die Planung steht, was fehlt, ist Geld.

Geschätzt rund 670 000 Euro – so viel benötigt der DTFB eigenen Angaben zufolge, um aus der Halle ein Kicker-Zentrum für Jugend-, Breiten- und Leistungssport zu machen. Inklusive eines kleinen Kolosseums für TV-Übertragungen und VIP-Loge für Sponsoren.

Perfekter Standort

„Es wäre ein Traum, und es ist der perfekte Standort“, sagte Julian Wortmann am Freitag, als er Mitgliedern des münsterischen Sportausschusses das Konzept des Verbandes darlegte und die Räumlichkeiten zeigte. Wortmann ist nicht nur DTFB-Vizepräsident Sport, er lebt auch in Münster und ist ehemaliger Deutscher Meister sowie Vize-Weltmeister im Doppel, damals noch mit Koblenz. Mittlerweile ist Wortmann im münsterischen Tischfußball-Verein Schovelkoten aktiv.

Bei der Präsentation des Konzepts zeigte Wortmann den Mehrwert eines solchen Zentrums für die Stadt Münster auf. Den Erfahrungen der Vergangenheit nach würden die dort durch­geführten Veranstaltungen rund 6000 Übernachtungen jährlich für Münster bedeuten. Zudem seien Veranstaltungen hinsichtlich Teambuilding, Integration oder für Schulen und bei Messen denkbar.

„Tischfußball ist ein sehr kommunikativer Sport“, so Wortmann im Beisein vieler Ausschussmitglieder sowie des Bürgermeisters Klaus Rosenau. Zudem stabilisiere dieses Leuchtturmprojekt den Standort Jovel und sei hinsichtlich der Lage nahe des Bahnhofs ein klimaschonend zu erreichendes Ziel für die Tischfußball-Szene.

Was will die Politik?

In der Halle will der Verband rund 700 Quadratmeter Fläche nutzen. In einem Teilbereich soll zudem eine Zwischendecke eingezogen werden, sodass man auf insgesamt rund 1000 Quadratmeter Fläche komme, so Wortmann. Mittels eines bereits akquirierten und ebenfalls anwesenden Sponsors sowie durch Einnahmen aus Gastro, Antrittsgeldern und Firmenveranstaltungen sei man sicher, den Betrieb stemmen zu können. Was fehle, seien die Gelder, um das Zentrum entstehen zu lassen.

Deutschland ist laut Wortmann weltweit die erfolgreichste Tischfußball-Nation der vergangenen Jahre. Ein internationales Zentrum für den wachsenden Sport in Deutschland sei daher nur folgerichtig. Ob das auch der Wunsch der münsterischen Politik ist, wird sich jedoch erst herausstellen müssen.

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