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Krieg in der Ukraine

Stadt plant weitere Flüchtlingsunterkünfte

Münster

Die Stadt Münster bereitet sich auf noch mehr Flüchtlinge aus der Ukraine vor. Die Sporthalle in Hiltrup soll ab Montag bezogen werden. Geplant sind jedoch noch viele weitere Unterkünfte im Stadtgebiet. Auch die Halle Münsterland könnte eine Option werden.

rr/pd

In vollem Gange sind bereits die Einrichtungsarbeiten in der Dreifachsporthalle an der Stadthalle Hiltrup. Der Boden wurde von Donnerstag zu Freitag verlegt. Foto: Stadt Münster

Das Münsterland rechnet mit Tausenden Flüchtlingen aus der Ukraine, und auch Münster bereitet sich auf die Aufnahme vor allem von Frauen und Kindern, die vor Putins Angriffskrieg auf der Flucht sind, vor. Die Stadt wird kurzfristig rund 40 Briten-Häuser aus Beständen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übernehmen können. Am Hohen Heckenweg, Muckermannweg und Angelsachsenweg sollen Mitte des zweiten Quartals mehrere Hundert Menschen untergebracht werden.

Weitaus mehr Platz – für etwa 600 Personen – bietet die Blücher-Kaserne. „Wir befinden uns in den finalen Gesprächen zur Übernahme“, sagt Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer. Dort sollen mehr als 300 Wohnräume und Versorgungsbereiche eingerichtet werden. Wie unsere Zeitung erfahren hat, wird zudem über die Halle Münsterland als Unterkunft nachgedacht. Heuer schließt nicht aus, dass bei stark steigender Zahl kurzfristig weitere Notunterkünfte hergerichtet werden müssen. Die Halle Münsterland werde aktuell in die Prüfung einbezogen.

Platz für mehrere Hundert Menschen

Die Gebäude am Hohen Heckenweg, Muckermannweg und Angelsachsenweg sind zwar nicht vermietet, aktuell aber noch von sogenannten „Hauswächtern“ belegt. Hier könnten voraussichtlich Mitte des zweiten Quartals mehrere Hundert Menschen untergebracht werden.

„Wohnungen zu Mondpreisen“

„Von den bislang 180 privaten Wohnraum- und insbesondere Zimmerangeboten kann nur ein überschaubarer Anteil sofort geflüchteten Menschen zur Verfügung gestellt werden, einige Wohnraumangebote sind schlicht nicht vermittelbar“, so Dagmar Arnkens-Homann, Leiterin des Sozialamtes. „Viele Wohnungen werden zu Mondpreisen angeboten, sind für eine angemessene Unterbringung – beispielsweise aufgrund von Sanierungsbedürftigkeit oder fehlender Möblierung – nicht geeignet oder sogar an strenge, kaum zu gewährleistende Bedingungen geknüpft.“

Zum Standort Blücher-Kaserne befindet sich die Stadtverwaltung in finalen Gesprächen. Foto: Stadt Münster

Arnkens-Homann widersprach dem Vorwurf der „Bürokratie“ in diesem Zusammenhang. „Es muss einfach passen, da wir auch ganze Familien, Menschen mit Behinderungen oder auch Haustierhalter versorgen müssen.“ Umso bedeutender sei da die bereits erfolgte schnelle Vermittlung von 84 Personen in guten und geeigneten privaten Wohnraum. Für weitere Wohnraumangebote bittet die Stadt Münster um eine Nachricht mit Kontakt- und ersten Rahmendaten unter der Mail-Adresse sozialdienstfuerfluechtlinge@ stadt-muenster.de.

Die Hälfte Kinder und Jugendliche

Mehr als 610 Geflüchtete (davon rund die Hälfte Kinder und Jugendliche) wurden in über 30 städtischen Einrichtungen untergebracht, werden dort unter anderem von ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern betreut.

Am Montag sollen die ersten Geflüchteten für eine Übergangszeit in der Dreifachsporthalle an der Stadthalle Hiltrup Obdach finden. Von Donnerstag auf Freitag wurde hier auf 1200 Quadratmetern der Boden ausgelegt, am Freitag wurde mit der Innenausstattung (Trennwände, Betten) begonnen. Bis zu 100 Kräfte aus Stadtverwaltung, Freiwilliger Feuerwehr und Hilfsorganisationen sorgen für die Herrichtung.

Unter anderem hier am Muckermannweg können voraussichtlich Mitte des zweiten Quartals Geflüchtete untergebracht werden. Foto: Stadt Münster

Zur vorübergehenden Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine in Hiltrup werden ab dem 12. März (Samstag) auch die Sanitär- und Duschräume im Hallenbad Hiltrup zur Verfügung gestellt. Aus diesem Grund kann das Schul- und Vereinsschwimmen sowie der öffentliche Badebetrieb bis einschließlich 20. März nicht stattfinden.

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