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„Grünflächenunterhaltung“

Und mittendrin eine Friedenshymne

Münster

Eine Bühne von mehreren Kilometern Länge finden Musiker normalerweise nirgends vor. Aber wenn die „Grünflächenunterhaltung“ ansteht, dann verwandelt sich die Promenade in genau eine solche Bühne. Nach zwei Jahren Corona-Pause war es am Samstag wieder so weit.

Von Julia Körtke

Nach zweijähriger Abstinenz ging am Samstag wieder die Grünflächenunterhaltung in der Promenade über die Bühne. Foto: Oliver Werner

Münsters berühmte Fahrradautobahn steht still. Für Fahrradfahrer ist heute kein Durchkommen, aber keinen scheint es zu stören. Keiner klingelt, keiner regt sich auf, auch wenn Münsters Fahrradfahrer sich das selten nehmen lassen.

Das hat einen guten Grund, dass überall auf der Promenade verteilt ganze Trauben von Menschen stehen, singend und tanzend oder einfach nur staunend: Nach zwei Jahren coronabedingter Zwangspause findet wieder die „Grünflächen-Unterhaltung“ statt.

Lindy Hop, Alphörner und afrikanische Trommeln

Rund um die Fahrradstraße verteilt stehen Musiker und Künstler aus Münster und Umgebung und geben ihre Musik zum Besten. Unter einem großen Kastanienbaum direkt am Aasee wird getanzt – Lindy Hop, ein Tanzstil aus den 30er-Jahren, der als Vorläufer des Boogie-Woogie und des Rock’n’Rolls gilt.

Einige Meter weiter kann man gedanklich schon wieder auf Reisen gehen: Dicht nebeneinander erklingen erst Alphörner und dann westafrikanische Trommeln. Knapp 6000 Kilometer entfernte Musikkulturen auf 60 Metern Promenade.

Altersgrenzen verschwimmen

Eine Bandbreite, wie es die vier Kilometer breite Bühne der Promenade allerorts hergibt: Da stehen Metal-Fans und lauschen den Jagdhörnern, und die ältere Dame wippt mit ihrem Fuß fröhlich zur Ska-Musik der „Schallermanns“.

An der Windhorststraße hat sich eine ganz besondere Fan-Gruppierung aufgebaut: Der „Mamachor & Co. KG“ gibt gerade „Africa“ von Toto zum Besten, während sich in der ersten Reihe eine Schar Kinder versammelt hat und Arm in Arm schunkelt.

Eine halbe Stunde spielen die einzelnen Gruppen und machen dann genauso lange Pause. In der Zeit lässt es sich gemütlich weiterschlendern. Direkt hinter der Unterführung zur Warendorfer Straße hat sich eine besonders große Traube gebildet. Ohne etwas sehen zu können, erahnt man jedoch den Grund: Die leiernden Töne eines Dudelsacks schallen durch den Tunnel – doch nicht zu schottischen Liedern, sondern zu Pippi Langstrumpf.

Bands und Zuschauer stimmen in „Imagine“ ein

Für 17 Uhr ist eine ganz besondere Aktion geplant: Initiator Thomas Nufer flitzt vorbei, der dieses besondere Fest 2007 nach dem Sturm Kyrill ins Leben rief. Auf seinem Fahrrad verteilt er Songtexte an Bands und Zuschauer. In einigen Minuten sollen alle Menschen zusammen mit den Bands „Imagine“ singen. Und so schallt es aus allen Ecken vom Traum einer Welt in Frieden.

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