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Tumordiagnose

Jens Hoge spielt die Posaune mit Armprothese

Münster

Jens Hoge ist ein junger Mann, als eine Tumordiagnose sein Leben völlig verändert. Es folgen Operationen und Therapien, doch die Arm-Amputation ist unausweichlich. Sein Hobby – die Musik – aufzugeben, ist für den 31-Jährigen trotzdem keine Option.

Endlich wieder im Takt: Jens Hoge spielt die Posaune mit Armprothese. Foto: UKM

Ob Bariton, Zug- oder Ventilposaune – schon seit 2006 spielt Jens Hoge diverse Instrumente. „Musik spielt eine große Rolle in meinem Leben, da es immer ein Hobby war, das ich betrieben habe“. Doch bereits als Kind plagten ihn laut einer Pressemitteilung des Uniklinikums Münster (UKM) immer wieder Schmerzen in seinem rechten Arm. 2007 kam dann die Tumordiagnose: Es handelte sich um ein Synovialsarkom, welches vom Bindegewebe ausgeht.

Noch im selben Jahr wurde der Tumor operativ entfernt, darauf folgten Chemo- und Strahlentherapie. Fünf Jahre später erlebte der heute 31-jährige Jens Hoge ein Rezidiv – der Tumor kehrte zurück und es folgten erneut OP und Therapien. Danach brach der Arm laut der Mitteilung des UKM mehrmals und ließ sich trotz diverser Versuche nicht mehr stabilisieren. Gemeinsam mit den Ärzten am UKM traf Jens Hoge die Entscheidung, den Arm amputieren zu lassen: „Es ging nur noch um den Erhalt des Arms. Es war klar, dass der Arm in der Form so nicht mehr seine eigentliche Funktion haben konnte“.

„Richtige Entscheidung, den Arm zu amputieren“

Michael Rolf, Orthopädietechniker am UKM, fertigte eine Myoelektrische Oberarmprothese mit multiartikulierender Hand für seinen Patienten an. Diese Art von Prothese ermöglicht laut der Mitteilung des UKM eine Ansteuerung über Muskelsignale der Stumpfmuskulatur und umfasst verschiedene Handbewegungen.

Trotz des Verlusts seines Arms war das ein Lichtblick für den Hobbymusiker: „Die Prothese bietet den Vorteil, dass ich endlich mal wieder Gegenstände und Dinge fixieren kann“. „Es war für den Patienten die richtige Entscheidung, den Arm zu amputieren“, sagt Michael Rolf. „Vorher war er zeitweise stark behindert, weil er immer wieder eine Infektion bekam. Seitdem er die Armprothese hat, sind diese Beschwerden weg. Er kann sich frei bewegen und sein Bewegungsradius ist auch größer geworden“.

Jens Hoge

Mit dem Musizieren wieder anzufangen, war zunächst eine Herausforderung für Hoge, denn er musste lernen, die Ventile mit links zu betätigen. „Das war eine große Umgewöhnung, die wirklich im Kopf begann“, sagt der Musiker in der Pressemitteilung des UKM. Die Umstellung hab einige Zeit beansprucht, trotzdem habe er nie die Hoffnung verloren: „Ich hatte selten den Gedanken, dass es gar nicht mehr geht. Dass ich in irgendeiner Form weiter Musik betreiben werde, war für mich klar. Ich bin jetzt umso glücklicher, dass das jetzt wieder funktioniert“.

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