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Radioaktives Paket

Uran-Mineralien stammen aus Afrika

Münster

Ein 36-jähriger Doktorand der Chemie hat die uranhaltigen Mineralien bestellt, die am Montag im Zollamt einen Großeinsatz auslösten. Offenbar wollte er die Steine für seine Privatsammlung haben.

Martin Kalitschke, Helmut Etzkorn

Feuerwehreinsatz nach dem Alarm. Foto: hpe

Die Identität des Mannes, der in den USA uranhaltige Mineralien bestellt und damit am Montag im Zollamt auf der Loddenheide einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst hatte, ist geklärt. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um einen 36-jährigen Münsteraner, der an der Westfälischen Wilhelms-Universität im Fach Chemie promoviert.

Die Mineralien hatte er offenbar für seine private Sammlung per Post in den USA bestellt. Die Steine stammen ursprünglich aus Afrika. Erste Informationen, wonach der Mann an der Uniklinik als Doktorand arbeitet, zogen die zuständigen Behörden am Mittwoch wieder zurück.

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Großeinsatz am Hauptzollamt

Die Polizei geht derzeit nicht davon aus, dass der 36-Jährige eine Straftat begangen hat. Sie werde daher auch keine polizeilichen Maßnahmen gegen ihn ergreifen, so eine Behördensprecherin. Auch die Bezirksregierung geht davon aus, dass bei der Mineralienbestellung alles legal zuging. Noch unklar ist, ob dem Mann sein Paket ausgehändigt wird – sofern er es entsprechend gesichert in seiner Wohnung lagert – oder ob es zu einer speziellen Lagereinrichtung für radioaktive Materialien in Jülich gebracht wird.

Dass sich in dem Paket radioaktiv strahlende Steine befinden, kam übrigens rein zufällig heraus. Im Schreibtisch des Zollamts, auf dem das Paket aus den USA landete, befand sich ein Geigerzähler, den sich ein Zoll-Mitarbeiter vor ein paar Jahren privat angeschafft hatte. Dieser lag angeschaltet in einer Schublade und schlug aus, als das Paket eintraf.

Für die Kosten des Feuerwehreinsatzes wird laut Stadt voraussichtlich die Allgemeinheit aufkommen, da dieser im Rahmen der „Gefahrenabwehr“ erfolgt sei.

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