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Neues Hochhaus am Bahnhof

Verärgerung über Vorgehen der Investoren - Kanzlei prüft Mietkonstrukt

Münster

Die Aufregung um angeblich überhöhte Mietpreise im neuen Hochhaus am Hauptbahnhof hält an: Die Stadt Münster hat nach eigener Darstellung eine Rechtsanwaltskanzlei mit einer juristischen Prüfung des Sachverhalts beauftragt.

Dirk Anger

Die höhe der Mietpreise im neuen Hochhaus am Bahnhof hält an.
Die höhe der Mietpreise im neuen Hochhaus am Bahnhof hält an. Foto: Matthias Ahlke

Zuvor war bekannt geworden, dass Architekt Andreas Deilmann Wohnungen an eine Gesellschaft seiner Frau vermietet hat – nach seinen Aussagen für 8,50 Kaltmiete pro Quadratmeter, wie es mit der Stadt vereinbart gewesen sei. Doch weil die Tina Deilmann GmbH diese Wohnungen für einen deutlich höheren Quadratmeterpreis vermarktet, hat die Ratspolitik bei der Stadtverwaltung nachgehakt. Ursprüngliches Ziel war es nämlich, dass 25 Prozent der Wohnfläche in dem Hochhaus „preisgedämpft“ angeboten werden sollte.

Die beauftragte Kanzlei soll nun klären, ob die Berliner Platz GmbH & Co. KG, bei der die Architekten Deilmann und Rainer M. Kresing Geschäftsführer sind, mit diesem Mietkonstrukt gegen den Durchführungsvertrag mit der Stadt verstoßen hat. Wann ein Ergebnis der Prüfung vorliegt, steht nach Auskunft von Stadt-Sprecher Joachim Schiek nicht fest.

„Wer derart agiert und alles unternimmt selbst vertragliche Vereinbarungen mit der Stadt auszuheben, dem muss in Münster das Handwerk gelegt werden“, forderte am Dienstag Linke-Fraktionschef Rüdiger Sagel. Auch aus anderen Parteien hatte es zuvor Kritik am Vorgehen der Investoren gegeben.

Bei einem Pressetermin in einer anderen Angelegenheit erklärte ein gereizter Oberbürgermeister Markus Lewe, der Sachverhalt sei „komplex“. Mit einer Stellungnahme wolle er sich zurückhalten, bis die Angelegenheit auch juristisch geklärt sei.