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Bundesvorsitzende der Grünen in Münster

Ricarda Lang bei Streik von Pflegekräften in Münster

Münster

Ricarda Lang, Bundesvorsitzende der Grünen, war zu Gast in Münster und hat streikenden Krankenhaus-Beschäftigten versprochen, sich in Berlin für ihre Entlastung einzusetzen. Die stellten klar, dass für sie nur Taten zählen.

Von Pjer Biederstädt

Ricarda Lang, Bundesvorsitzende der Grünen, im Gespräch mit Pflegekräften. Foto: Pjer Biederstädt

Mit schockierenden Erfahrungsberichten aus dem Klinikalltag konfrontierten am Dienstag Beschäftige der Uniklinik Münster die Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, sowie eine Reihe von lokalen Politikerinnen und Politikern, die sie im Rahmen ihres Streiks zu einer Gesprächsrunde eingeladen hatten.

Ricarda Lang zeigte sich tief beeindruckt von den Berichten. Sie könne angesichts der Missstände nicht verstehen, warum die Beschäftigten nicht noch viel wütender auf die Politik seien. Sie versprach, sich in Berlin für Verbesserungen einzusetzen, die aus ihrer Sicht mit einem festverankerten Instrument zur Personalbemessung in den Krankenhäusern und einer Finanzreform herbeizuführen seien. Angesichts der Konstellation der Regierungsparteien werde der Weg zu einer solchen Reform aber ein „Kampf“, prognostizierte Lang.

Gäste der streikenden UKM-Beschäftigten (v.l.): Robin Korte, Dorothea Deppermann, Josefine Paul (Landtagskandidaten Grüne), Ricarda Lang (Bundesvorsitzende Grüne), Thomas van den Hooven (UKM-Pflegedirektor), Bibiane Benadio, Sandra Beer, Thomas Kollmann (alle SPD-Landtagskandidaten) Foto: Pjer Biederstädt

Neben der Bundesvorsitzenden der Grünen waren die Landtagskandierenden Josefine Paul, Dorothea Deppermann, Robin Korte (Grüne), Bibiane Benadio, Sandra Beer, Thomas Kollmann (SPD) und Dr. Julian Allendorf (CDU) der Einladung gefolgt, die zumeist beteuerten, sich für die Belange der Krankenhaus-Beschäftigteneinzusetzen. „Wir werden Sie an ihren Taten, nicht an ihren Worten messen“, antwortete Lisa Schlagheck vom Bündnis „Münster cares“. Die Fachkrankenpflegerin machte deutlich, dass es mit einer Personalbemessung für Pflegekräfte nicht getan sei. Gefordert wird unter anderem Freizeitausgleich, wenn unterbesetzt gearbeitet worden ist.

Außerdem müssten im von der Landesregierung in Aussicht gestellte Tarifvertrag nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Physiotherapeuten, Verwaltungsmitarbeitende und alle anderen Berücksichtigung finden, sagte Schlagheck, die als Teil der 61-köpfigen Tarifkommission bei den Verhandlungen in dieser Woche dabei sein wird. Seit Mittwoch vergangener Woche streiken Beschäftige der Unikliniken in NRW für einen entlastenden Tarifvertrag. „Und wir machen weiter, bis er unterschrieben ist“, sagte Schlagheck.

Hunderte Beschäftigte kamen zu der Veranstaltung, bei der Politikerinnen und Politiker Statements zum Notstand in der Pflege abgaben. Foto: Pjer Biederstädt
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