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Anlässlich der Beerdigung 

Vereine verfassen Offenen Brief zum Tod von Malte

Münster

Am Dienstag (4. Oktober) wird Malte C. auf dem Waldfriedhof Lauheide beerdigt. Zu diesem Anlass haben 14 Vereine, Gruppen und Initiativen einen Offenen Brief an die "Münsteraner Stadtgesellschaft" verfasst. 

Eine Frau entzündet an der Gedenkstätte für Malte C. am Prinzipalmarkt eine Kerze. Foto: Bernd Thissen/dpa (Archivfoto)

Der Tod von Malte C. löste Schock und Trauer bei vielen Menschen in Münster aus. Der 25-Jährige war am Rande des Christopher-Street-Day (CSD) in Münster Ende August infolge eines Schlages mit dem Kopf auf den Boden geknallt und wenige Tage später an den Folgen im Krankenhaus gestorben. Es wurde ein 20 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen, der zunächst zwei Frauen unter anderem queerfeindlich beschimpft und bedroht haben soll. Als der 25-Jährige ihn bat, die Beleidigungen zu unterlassen, soll er unvermittelt mindestens einmal mit der Faust zugeschlagen haben.

Anlässlich der Beerdigung von Malte am 4. Oktober haben 14 Vereine, Gruppen und Initiativen einen Offenen Brief an die Münsteraner Stadtgesellschaft verfasst und unterzeichnet. Darin bitten Sie, dass am Tag der Trauerfeier und Beisetzung "ganz Münster solidarisch an der Seite queerer Menschen steht."

Der Offene Brief im Wortlaut

Wir brauchen Münster! Solidarisch mit queeren Menschen die Regenbogenfahne hissen!

Am Dienstag, den 4.10., wird Malte beerdigt, um 13:30 Uhr treffen wir uns zur Trauerfeier auf dem Waldfriedhof Lauheide. Malte ist in Münster aufgewachsen und war ein trans* Mann, der am 27.8. den CSD besuchte. Er schritt ein, als ein anderer Mann Frauen lesbenfeindlich beleidigte. Daraufhin wurde er niedergeschlagen und erlag am Freitag darauf seinen Verletzungen.

Dieser Angriff schockiert uns noch immer. Er hat uns schmerzhaft vor Augen geführt, dass wir uns nirgendwo wirklich sicher fühlen können und lässt uns traurig und wütend zurück. Wir haben zusammen mit tausenden anderen demonstriert und gefeiert, dass wir gut sind, genau so wie wir sind. Wir waren befreit und ausgelassen, manche von uns schon seit Jahrzehnten, andere haben sich zum ersten Mal getraut. Und gleichzeitig waren wir so verletzlich, dass mitten in unserer Mitte einer von uns getötet wurde.

Malte ist allein im Krankenhaus gestorben, weil seit Donnerstag niemand mehr zu ihm durfte. Wir möchten ihm einen angemessenen Abschied gewähren. Dieser soll sowohl seine Zivilcourage würdigen, als auch ein entschiedenes Zeichen gegen Queerfeindlichkeit setzen und dafür brauchen wir Ihre Hilfe. Wir bitten Sie, am 4.10., dem Tag der Beisetzung und Trauerfeier in Geschäften, Firmen und aus privaten Wohnungen Regenbogenflaggen oder Transgenderflaggen (hellblau, rosa, weiß) zu hängen. Wir bitten darum, dass an dem Tag ganz Münster solidarisch an der Seite queerer Menschen steht. Insbesondere die nächste Generation - queere Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene braucht ein deutliches Zeichen, dass sie in Münster erwünscht und sicher ist.

Unterzeichner*innen

Track – LSBTI-Jugendzentrum und Beratungsstelle, VSE-NRW e.V.

Amt für Gleichstellung, Stadt Münster

Queergemeinde Münster

Homophon Münster e.V.

INTA* Referat Uni Münster (in Gründung)

KCM Schwulenzentrum Münster e.V.

Trans*-Inter*-MÜNSTER e.V.

CSD Münster e.V.

Livas e.V.

pro familia Münster

Pfarreirat Heilig Kreuz Münster

Werkstattgruppe Politik Kinderhaus

Autonomes Lesbenreferat der Uni Münster

Fachstelle für Sexualität und Gesundheit – Aidshilfe Münster e.V.

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