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Verkehrsversuch an der Promenade endet

Busse im Stau und gefährdete Fußgänger

Münster

Das Ergebnis hat die Verantwortlichen nicht überzeugt: Die Stadt Münster teilt mit, dass sie in den Herbstferien den Verkehrsversuch an der Promenadenüberfahrt Neubrückentor stoppt. Die alte Vorfahrtsregel soll zurückkehren.

Von Klaus Baumeister

Aktuell müssen Autofahrer und Radler am Neubrückentor den Radlern auf der Promenade Vorfahrt gewähren. In den Herbstferien ändert sich das wieder, die Stadt stoppt den laufenden Versuch. Foto: Oliver Werner (Archivbild)

Die Nachricht des städtischen Presseamtes kam am Dienstag um 13.12 Uhr: Verschiedene Behörden, so heißt es da, hätten die Promenadenvorfahrt am Neubrückentor „nach der Rückkehr der Busse auf die Kanalstraße erneut bewertet mit dem Ergebnis, dass der Verkehrsversuch beendet werden soll“.

Im Klartext: In den Herbstferien stoppt die Stadt das Experiment, das Radlern auf der Promenade die Vorfahrt gegenüber dem Verkehr auf der Achse Kanalstraße/Neubrückenstraße geben sollte.

Kreuzung wurde nach schwerem Unfall umgebaut

Zwei Monate lang galt eine veränderte Vorfahrtsregelung. Nach einem schweren Unfall wurde die Kreuzung umgebaut und stark ausgeleuchtet, um die Sichtbeziehungen zwischen den Verkehrsteilnehmern zu verbessern. Trotzdem gab es weitere Unfälle, insgesamt vier, wie es auf Nachfrage hieß.

In der Pressemitteilung spricht die Stadt ein aktuelles Problem an, nämlich Rückstaus auf der Kanalstraße. Seit dem Ende des Verkehrsversuches an der Hörsterstraße Ende September nutzen die Busse wieder die Routenführung über die Kanalstraße. Wegen der zu beachtenden Vorfahrt auf der Promenade komme es insbesondere morgens zwischen 7 und 8 Uhr zu längeren Fahrzeiten, heißt es.

Beschwerden über Verkehrsverstöße

Darüber hinaus berichtet die Stadt von zusätzlichen Gefährdungen auf der Kanalstraße: „In den vergangenen Tagen war erkennbar, dass Radfahrende und ­E-Scooter-Nutzende aufgrund dieses Rückstaus verstärkt den Gehweg oder die Gegenfahrbahn nutzen. Beschwerden über diese Verkehrsverstöße haben Polizei und Stadtverwaltung in den vergangenen Tagen vermehrt erreicht. Insbesondere Fußgängerinnen und Fußgänger gaben an, sich gefährdet zu fühlen.“

Diese Angaben decken sich mit Beobachtungen unserer Redaktion an der Kreuzung in den vergangenen Wochen. Ein ganz erhebliches Konfliktpotenzial ergab sich dabei zwischen Radlern auf der (früher vorfahrtsberechtigten) Kanalstraße) und Radlern auf der (aktuell vorfahrtsberechtigten) Promenade.

Es bleibt nur ein Verkehrsversuch in Münster

Häufig blieben Radler, wenn sie Vorfahrt gewähren mussten, nicht vor der Kreuzung stehen, sondern „quetschten“ sich in den Querverkehr hinein, bremsten nicht selten andere Radler oder auch Fußgänger aus – und fuhren dann weiter.

Unabhängig davon berichtet die Stadt, dass sich Verkehrsteilnehmer auch nach neun Wochen „nicht vollständig“ an die Änderung gewöhnt hätten und „individuelles Fehlverhalten“ trotzt aller Gegenmaßnahmen „verstärkt“ aufgetreten sei.

Von den drei Anfang August gestarteten Verkehrsversuchen bleibt damit nur die durchgehende Busspur vom Ludgeriplatz bis zum Landeshaus bis Ende 2021 bestehen.

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