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Live-Chat mit Pflegekräften von Intensivstationen

Verstärkung dingend gesucht

Münster

Der Mangel an qualifizierten Pflegekräften auf den Intensivstationen ist groß. Mitarbeitende auf den Intensivstationen am Clemenshospital und an der Raphaelsklinik standen bei einem Live-Chat der Öffentlichkeit Rede und Antwort über ihren Arbeitsalltag.

Von Karin Höller

Beim Live-Chat über die Pflege auf den Intensivstationen (v.l.): Kathrin Scherer (Praxisanleiterin auf der Kinderintensiv- und Kinderfrührehabilitationsstation des Clemenshospitals), Stationsleiterin Carolin Bylitza und Moderator Volker Davids. Foto: pd/Claudia Winkelsett

Es gibt in der Pflege zwei Seiten der Medaille. Ein täglich aufs Neue spannender und abwechslungsreicher Beruf auf der einen, der massive Personalmangel auf der anderen Seite. Dies wurde auch beim ersten Live-Chat mit Pflegekräften des Clemenshospitals und der Raphaelsklinik am Donnerstagabend deutlich, der von einer Bühne in der Alexianer-Waschküche via Internet ausgestrahlt wurde. „Wir können nicht die volle Bettenzahl bedienen, weil Pflegekräfte fehlen“, antwortete Carolin Bylitza, Stationsleiterin auf der Kinderintensiv- und Kinderfrührehabilitation des Clemenshospitals, auf Publikumsfragen.

Doppelt so viele Covid-Patienten

Wegen der steigenden Zahl von Corona-Isolationspatienten sei nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Belastung gestiegen, schildert Fachkrankenpfleger Fabian Kötting. Vier Stunden in Vollmontur bei Coronapatienten ohne die Möglichkeit, zwischendurch mal einen Schluck Wasser zu trinken – das schlauche.

Im Clemenshospital, das über eine Lungenfachabteilung verfügt, spiegelt sich die bundesweit feststellbare Entwicklung der Omikron-Variante. Die Zahl der Covid-Patienten auf der isolierten Normalstation hat sich laut Pressesprecher Michael Bührke innerhalb einer Woche von sechs auf zwölf verdoppelt. Dagegen sei die Zahl der Covid-Patienten auf der Intensivstation in den vergangenen zwei Wochen gleich geblieben: bei ein bis zwei.

Ohne Weiterbildung geht´s nicht

Eine besonders gute Teamfähigkeit ist für die examinierten Pflegefachkräfte Grundvoraussetzung, um auf den Intensivstationen erfolgreich zu arbeiten, machte die Bereichsleiterin der Intensivpflege am Clemenshospital, Doris Batke-Bernhoff, deutlich. Auf Fortbildungen in Kooperation mit drei Weiterbildungsstätten werde großer Wert gelegt. Denn das pflegerische Niveau bei der Arbeit mit technisch hochkomplexen Geräten und in Abstimmung mit Ärzten und Therapeuten sei hoch.

Hoch ist auch der Bedarf an qualifizierten und engagierten Pflegekräften, die mit Herzblut dabei sind. Deshalb setzt die Alexianer Misericordia GmbH, zu der auch das Clemenshospital und die Raphaelsklinik gehören, auf moderne Formate wie Live-Chats und Facebook-Auftritte, um unter Einbindung der Mitarbeitenden für den Pflegeberuf zu werben. Hospitationen seien zudem immer möglich, unterstrich Batke-Bernhoff.

Erfolgreich für den Live-Talk am Donnerstag: Es kamen einige konkrete Fragen zu Voraussetzungen und Einarbeitungszeit. Denn trotz der oft hohen Belastung: „Es ist ein wahnsinnig schöner Beruf. Den Genesungsprozess von Patienten mitzugestalten, bietet viele schöne Momente“ – so brachte es Fachkrankenpfleger Fabian Kötting auf den Punkt. „Wenn beispielsweise ein Kind nach einem schweren Unfall wieder sein erstes Wort sprechen kann oder selbstständig atmet“, ergänzte Kathrin Scherer von der Kinderintensivstation.

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