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Prozess-Fortsetzung

Versuchter Mord: Zeugin mit Erinnerungsverlust

Münster

Die Anklage wirft einem 39-jährigen Mann aus Münster vor, ein Feuer in einer Wohnung gelegt und dabei billigend in Kauf genommen zu haben, dass andere Bewohner des Hauses sterben. Vor dem Landgericht sagten nun zwei ehemalige Lebensgefährtinnen des Angeklagten aus.

Von Simon Beckmann

Zwei ehemalige Lebensgefährtinnen des Angeklagten aus Münster konnten am Freitag als Zeuginnen vernommen werden. Foto: Friso Gentsch

Auf dem Teppich einer Wohnung soll ein 39-jähriger Mann aus Münster im Januar Brandbeschleuniger verteilt, darauf Pressspanplatten gestapelt und den Haufen danach angezündet haben. Dabei – so lautet die Anklage wegen versuchten Mordes – soll er billigend in Kauf genommen haben, dass weitere Bewohner des Hauses ums Leben kommen. Deswegen muss sich der mehrfach vorbestrafte Münsteraner seit Anfang Juli vor dem Landgericht verantworten.

Am Freitag konnten nun nach Angaben einer Gerichtssprecherin zwei ehemalige Lebensgefährtinnen des Angeklagten vernommen werden. Das war teilweise schon bei vorherigen Verfahrensterminen versucht worden. Doch mehrfach scheiterten die Vernehmungen. Ende Juli war eine Lebensgefährtin im Zeugenstand etwa zusammengebrochen.

Erinnerungslücken

Großartig Auskunft habe eine der beiden Exfreundinnen auch dieses Mal nicht geben können. „Sie kann sich an nichts mehr erinnern, weil sie so stark dem Alkohol zugeneigt war“, sagte die Gerichtssprecherin. Die andere ehemalige Lebensgefährtin habe ausgesagt, dass der Angeklagte bei der vermeintlichen Tat stark alkoholisiert gewesen sei.

Der Angeklagte selbst hatte beim Verfahrensauftakt Anfang Juli noch zu dem Tatvorwurf geschwiegen. Bei einem späteren Termin las seine Verteidigerin eine Erklärung vor, in der der Angeklagte unter anderem einräumte, in der besagten Nacht Alkohol und Amphetamine eingenommen zu haben. An eine Brandstiftung habe er sich aber nicht erinnern können.

Urteil soll Anfang September fallen

Weiter geht das Verfahren am 26. August. Dann sollen das psychiatrische Gutachten vorgetragen und die Schlussplädoyers gehalten werden. Das Urteil soll am 1. September fallen.

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