Verteidigung aus Münster
NRW-Ministerpräsident Wüst besucht Heimatschutz-Stab
Münster
Mit der Aufstellung von fünf Heimatschutzregimenten reagiert die Bundeswehr auf die sicherheitspolitische Lage durch den Krieg in der Ukraine. Eines davon entsteht gerade in Münster. Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich vor ein Bild vom Aufbau gemacht – und war begeistert.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat am Donnerstagnachmittag den Aufstellungsstab des „Heimatschutzregiments 2“ besucht. In der Kaserne an der Manfred-von-Richthofen-Straße informierte sich Wüst über den Stand der Aufbauarbeit der neuen Einheit, in der bis zu 700 Soldatinnen und Soldaten der Reserve die aktive Truppe in verschiedenen Notstandslagen unterstützen sollen.
„Hochmotivierte Profis“ seien am Werk, sagte Wüst nach dem Gespräch mit den Verantwortlichen der Bundeswehr. Der Landeschef zeigte sich sehr zuversichtlich, dass die neue, von Münster aus koordinierte Einheit planmäßig im Laufe des nächsten Jahres aufgestellt werden wird. „In ganz Nordrhein-Westfalen wird der Heimatschutz dann deutlich stärker aufgestellt sein. Ich bin sehr dankbar für die Arbeit, die hier jetzt schon und in Zukunft geleistet wird“, sagte Wüst.
Die Refokussierung der Bundeswehr auf das Thema Heimatschutz sei der aktuellen sicherheitspolitischen Lage geschuldet, erklärte Wüst mit Blick auf den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine.
700 Reservisten
Bundesweit sollen bis 2027 fünf Heimatschutzregimenter entstehen. Das erste wurde mit 700 Reservisten Ende April in München in Dienst gestellt, das zweite mit ebenfalls 700 Reservisten wird derzeit in Münster aufgebaut. Die Heimatschutzkräfte der Reserve werden in einem Regiment zusammengefasst. Dieses wird sich aus bis zu zehn Heimatschutzkompanien zusammensetzen, die über das Bundesland verteilt sind und aus jeweils 60 bis 150 Soldatinnen und Soldaten bestehen werden. In Düsseldorf, Unna und Ahlen gibt es bereits drei dieser Kompanien.
Ihre Aufgabe beschrieb der stellvertretende Kommandeur und Chef des Stabes des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen, Oberst Detlev-Konrad Adelmann, im Gespräch mit unserer Zeitung wie folgt: Wenn die aktive Truppe im Verteidigungsfall an den Grenzen gebraucht würde, kümmerte sich das Heimatschutzregiment um die Sicherung der kritischen Infrastruktur. Anderes Beispiel: Bei Hochwasserkatastrophen können Heimatschutzkräfte zivile Organisationen unterstützen.
Aktuell bilden ein Dutzend Reservedienstleistende in der Manfred-von-Richthofen-Kaserne den sogenannten Aufstellungsstab für das neue Regiment, das dem Landeskommando NRW untersteht. Im Frühjahr 2023 sollen 27 aktive Soldaten hinzustoßen, wie Oberst Adelmann mitteilte. Außerdem kämen eine Stabs- und Versorgungskompanie sowie eine Unterstützungskompanie nach Münster.
Große Übung in Handorf im Oktober
Ein Mosaikstein beim Aufbau des Heimatschutzregiments ist die aus Münster gesteuerte Ausbildung der 700 Reservisten, die wohlgemerkt nicht alle gleichzeitig und nicht über längeren Zeitraum in Münster sein werden. Die Ausbildung erfolgt in der Lützow-Kaserne in Handorf. Meist an Wochenenden, da die freiwilligen Reservedienstleistenden zivile Jobs haben. Eine erste größere Regimentsübung in Handorf ist für Oktober geplant. Zu diesem Zweck wurden vor Ort bereits Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen.