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Mord vor 27 Jahren

Verurteilter Mörder bleibt auf freiem Fuß

Münster

Das Oberlandesgericht hat unanfechtbar entschieden: Ein nicht rechtskräftig verurteilter Mörder aus Münster bleibt auf freiem Fuß. Vor 27 Jahren hat er eine Schülerin ermordet.

da/pd

Das Landgericht in Dortmund hat einen Mann aus Münster wegen Mordes verurteilt. Der 56-Jährige bleibt aber auf freiem Fuß. Das hat jetzt das Oberlandesgericht Hamm bestätigt. Foto: Franz-Peter Tschauner

Ralf H. aus Münster, der vom Landgericht Dortmund wegen eines Mordes an einer Schülerin vor mehr als 27 Jahren verurteilt worden ist, bleibt auf freiem Fuß. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft Dortmund als unbegründet angesehen und damit die Entscheidung des Landgerichts bestätigt, wonach der 56-Jährige trotz der Verurteilung wegen Mordes in erster Instanz nicht wieder in Untersuchungshaft muss.

Bereits im Sommer 2020 hatte das OLG die Freilassung des Mannes aus der Untersuchungshaft angeordnet, weil der Prozess nicht hinreichend schnell geführt wurde. Ralf H. hatte bis dato über zwei Jahre in Untersuchungshaft gesessen. Eine erneute Inhaftierung des Angeklagten sei auch diesmal selbst unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich – nicht rechtskräftig – erfolgten Verurteilung weiter als unverhältnismäßig zu bewerten.

„Diese Begründung ist nachvollziehbar“, erklärte Udo Vetter, Rechtsanwalt von Ralf H.. Man könne Justizversäumnisse nicht kleinreden. Sein Mandant bleibt nun voraussichtlich bis zu einer Entscheidung über die eingelegte Revision in Freiheit. Der OLG-Beschluss ist nicht anfechtbar.

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