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Brände, Streits und Körperverletzungen

Viel Arbeit für die Einsatzkräfte

Münster/Münsterland

Reichlich Arbeit bescherte die Silvesternacht Feuerwehren und Rettungsdiensten. Sie mussten zu 21 Brandeinsätzen und technischen Hilfeleistungen sowie 72 Rettungsdiensteinsätzen ausrücken. Eine positive Bilanz zog die Polizei.

wn

Viele Raketen waren im Nebel kaum zu erkennen. In etlichen Gebäuden wurden durch die Pyrotechnik Brandmeldeanlagen ausgelöst. Foto: Matthias Ahlke

Die Feuerwehr musste unter anderem zahlreiche Kleinbrände löschen. Grund sei häufig die unsachgemäße Handhabung von Feuerwerkskörpern oder Fahrlässigkeit gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung. Zu Problemen habe die durch den Nebel verursachte schlechte Sicht geführt. Gebäude, in denen durch Pyrotechnik Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden, mussten kontrolliert und gelüftet werden. Auch der Dom war um kurz nach Mitternacht davon betroffen.

An der Annette-Allee rückte die Feuerwehr gegen 18.30 Uhr zu einem Einsatz in einem Wohnhaus aus. Ein Kerzengesteck war in einem Wohnzimmer in Brand geraten. Zeugen konnten das Feuer von außen erkennen und wählten den Notruf. Noch vor Eintreffen der Feuerwehr löschten die Bewohner das Feuer. Eine Person wurde rettungsdienstlich behandelt und mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus transportiert. Es entstand laut Feuerwehr nur wenig Sachschaden. Am Holunderweg in Sprakel brannte in der Neujahrsnacht eine Gartenhütte in voller Ausdehnung. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Zu zahlreichen Rettungsdiensteinsätzen kam es wegen überhöhten Alkoholkonsums. In neun Fällen forderte ein falscher Umgang mit Feuerwerkskörpern Verletzte. Am Domplatz versammelten sich gegen Mitternacht zahlreiche Menschen, die Feuerwerkskörper abschossen. Dort wurde kurzfristig eine Unfallhilfsstelle eingerichtet.

Polizist im Visier

Positiv fällt die Bilanz der Polizei aus. „Zahlreiche Menschen waren unterwegs und feierten auf den Straßen, in Lokalitäten oder im privaten Umfeld zum größten Teil friedlich und ausgelassen, um das neue Jahr zu begrüßen“, so die Behörde.

Die Beamten wurden zu 59 silvestertypischen Einsätzen gerufen. In den meisten Fällen mussten die Beamten bei Streitigkeiten und Körperverletzungen einschreiten. Auf dem Domplatz versuchte ein 21-Jähriger kurz nach Mitternacht, einen Polizisten mit einem Feuerwerkskörper zu verletzten. Der Münsteraner musste seinen Rausch von knapp zwei Promille im Gewahrsam ausschlafen. Ihn erwartet eine Strafanzeige.

Insgesamt fertigten die Beamten zwölf Anzeigen wegen Körperverletzungsdelikten und acht wegen Sachbeschädigung. Die Polizisten sprachen sieben Platzverweise aus und nahmen sieben Störer in Gewahrsam, ein weiterer wurde vorläufig festgenommen. Bei zwei Widerstandshandlungen wurden zwei Polizeibeamte leicht verletzt.

Silvester-Einsätze im Münsterland

Kreis Warendorf

Auf eine relativ ruhige Silvesternacht schaut die Polizei im Kreis Warendorf zurück. Neben einigen Ruhestörungen meldeten Bürger kleinere Brände oder den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern. In einem Fall trafen die Einsatzkräfte noch eine Personengruppe an. Hier zündeten mehrere Personen gegen 1.40 Uhr an der Ennigerloher Straße in Oelde Feuerwerkskörper. Eine Rakete gelangte durch eine offen stehende Haustür in einen Hausflur und beschädigte einen Teppich. Ein im Flur befindlicher 20-Jähriger erlitt dadurch ein Knalltrauma. Rettungskräfte brachten den Beelner zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Die Polizisten erteilten der Gruppe einen Platzverweis und leiteten ein Ermittlungsverfahren ein.

In Ennigerloh erhielt ein 19-Jähriger für eine Silvesterveranstaltung Am Flachswerk in Ennigerloh ein Hausverbot, da er Drogen verkauft haben soll. Bei seiner Durchsuchung händigte er dem Veranstalter einen Schlagring aus, der an die Polizei weitergegeben wurde. Die Einsatzkräfte erteilten dem Neubeckumer einen Platzverweis. Da er jedoch kurze Zeit wieder an der Feier erschien und herum pöbelte, nahmen ihn die Polizisten in Gewahrsam.

Gleiches Schicksal teilte ein 35-Jähriger Ahlener. Ein Bürger meldete der Polizei eine verdächtige Beobachtung in Vorhelm, Alter Münsterweg. Als die Polizeibeamten gegen 3.05 Uhr dort eintrafen, stellten sie mehrere Personen fest, die versuchten eine landwirtschaftliche Zugmaschine mit einem Pkw aus dem Graben zu ziehen. Der Ahlener erklärte, dass er den Unfall verursacht habe. Da er offensichtlich alkoholisiert war, nahmen die Einsatzkräfte den Mann mit zur Blutprobenentnahme. Weil sie bei ihm Drogen fanden, stellten sie diese sicher und ließen ihm eine weitere Blutprobe entnehmen. Auf der Polizeiwache verhielt sich der 35-Jährige aggressiv und provozierend. Aufforderungen der Beamten kam er nicht nach. Daraufhin verbrachte er die nächsten Stunden zur Ausnüchterung in der Gewahrsamszelle. Und seinen Führerschein stellten die Polizisten sicher.

Kreis Borken

Die Polizei im Kreis Borken ist zum Jahreswechsel 2019/20 zu insgesamt 47 Einsätzen ausgerückt, so die vorläufige Bilanz des Einsatzgeschehens. Die Beamtinnen und Beamten sprachen sieben Platzverweise aus und leiteten 18 Strafverfahren ein. Zudem erfolgten zahlreiche Kontrollen von Verkehrsteilnehmern. Eine genaue Bilanz wird nachgereicht.

Einzelfälle:

Kreis Coesfeld

Eine durchwachsene Silvesterbilanz zieht die Kreispolizeibehörde Coesfeld. In der Zeit von Silvester 2019 um 18 Uhr bis Neujahr 2020 um 6 Uhr bearbeiteten die Polizisten im Kreis Coesfeld insgesamt 56 Einsätze, bei denen es sich in der überwiegenden Anzahl um "kleinere" Einsätze wie Ruhestörungen oder private Streitigkeiten handelte.

Dabei wurden fünf Platzverweise ausgesprochen, zwei Sachbeschädigungen und fünf Körperverletzungen angezeigt. Auf die einzelnen Kommunen verteilen sich die Einsatzzahlen wie folgt: Ascheberg 5, Billerbeck 3, Coesfeld 19, Dülmen 8, Havixbeck 1, Lüdinghausen 5, Nordkirchen 3, Nottuln 4, Olfen 2, Rosendahl 1, Senden 5.

Neben den gesondert berichteten Einbrüchen und Brandeinsätzen beschäftigte die Polizei insbesondere ein Notruf aus Coesfeld. Danach war eine 20-jährige Coesfelderin am Neujahrsmorgen gegen 03.05 Uhr auf dem Rottkamp zwischen der Unterführung der B474 und dem Möbelhaus von einem Unbekannten in ein Gebüsch gezogen worden. Sie konnte sich befreien und ist zur Diskothek gelaufen. Von dort war der Notruf abgesetzt worden. Der Täter soll männlich, ca. 40 Jahre alt und ca. 180 cm groß sein. Er hatte braunes Haar. Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizei in Coesfeld unter der Rufnummer 0 25 41/ 1 40 in Verbindung zu setzen.

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