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Ausstellungseröffnung zum Kinder-Friedenstreffen

Viele haben Krieg und Flucht live erlebt

Münster

Was für Kinder Frieden bedeutet und was sie sich wünschen, ist jetzt in Schaufenstern der Innenstadt zu sehen. Einige Kaufleute präsentieren die Ergebnisse des Kinder-Friedenstreffens.

Von Karin Höller

Frieden hat viele Gesichter und Symbole – wie diese drei Schüler von der Bodelschwinghschule zeigen. Foto: Oliver Werner

Die beiden neunjährigen Ella und Hugo von der Bodelschwinghschule, die auf dem Prinzipalmarkt ihr Friedensplakat in die Höhe halten, warten gespannt auf die Überreichung ihrer Kunstwerke an die Kaufleute der Innenstadt. Die beiden Grundschüler gehören zu insgesamt 1300 Kindern der 13 Grund- und Förderschulen, die sich im Religions- und Kunstunterricht intensiv mit Frieden und Toleranz auseinandergesetzt haben.

Krieg, Hass und Elend unter den Menschen gehen auch an Grundschülern nicht vorbei, weiß Barbara Weber, Konrektorin der Mathias-Claudius-Schule. „Und an vielen Schulen gibt es Geflüchtete, die mitunter live erzählen und Erinnerungen an die Flucht teilen.“

Geflüchtete Kinder berichten

Walid (10) steht an diesem Mittwochmittag lächelnd in der Runde seiner Mitschüler. Einige kennen seine Vorgeschichte. „Ich bin vor sechs Jahren aus Syrien gekommen“, sagt er. Auch er hat seine Friedenswünsche auf einem der symbolträchtigen Bilder verewigt, die die Schülerinnen und Schüler zum traditionellen Kinder-Friedenstreffen, das vom Amt für Schule und Weiterbildung und vom Friedensbüro der Stadt unterstützt wird, klassenweise gestaltet haben.

Jede der Schulen hat die Kunstwerke zu großformatigen Bildern zusammengefügt. Als dominantes Motiv taucht immer wieder die Taube auf, aber auch Peace-Zeichen, sich reichende Hände, das Wort Frieden in unterschiedlichen Sprachen, der Erdball und Regenbögen, die so bunt sind, wie eine friedvolle Gesellschaft sein sollte.

Als die Idee zur Präsentation der Friedensplakate an die Kaufleute herangetragen wurde, „waren wir sofort mit wehenden Fahnen dabei, um Kinderanliegen in den Fokus zu rücken“, erklärt Thomas Zumnorde, Sprecher der Prinzipalmarkt-Kaufleute. „Denn Kinder haben leider eine zu schwache Lobby.“ Kaufmann Andreas Weitkamp spannt den Bogen noch weiter: Es gehe um Toleranz im Alltag und das tägliche Tun für ein verträgliches Miteinander.

6000 Friedenspostkarten verschicken

Fotos der Friedensplakate sollen in ein Friedensbuch eingehen, das Delegationen von sechs Schulen am 9. September Oberbürgermeister Markus Lewe überreichen. Die Motive der Plakate übertragen die Kinder auch auf rund 6000 Friedenspostkarten, die sie an Freunde und Verwandte schicken.

Die Friedensplakate sind zwei Wochen lang in den Schaufenstern von Zumnorde, Schnitzler, Köster, Petzhold, Oeding-Erdel, der Schatzinsel und Mukk zu sehen.

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