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Bilanz

Volksbank Münsterland Nord hat nächste Fusion im Visier

Münster

2020 fusionierten drei Volksbanken zur Volksbank Münsterland Nord. Nun laufen bereits die Gespräche für eine mögliche nächste Fusion. Die Vorstandsmitglieder erläutern die Hintergründe.

Von Klaus Baumeister

Sie leiten die Volksbank Münsterland Nord (v.l.): Jürgen Feistmann, Ulrich Weßeler, Dietmar Dertwinkel, Hubert Overesch, Friedhelm Beuse, Thomas Jakoby und Andreas Hartmann. Foto: Oliver Werner

Nach der Fusion ist vor der Fusion. Kaum hatte Vorstandsmitglied Thomas Jakoby bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag verkündet, dass die Volksbank Münsterland Nord im ersten Geschäftsjahr nach der Fusion ein ordentliches Ergebnis eingefahren habe, da teilte sein Kollege Hubert Overesch mit, dass die fusionierte Volksbank wiederum im Kontakt stehe mit der Volksbank Warendorf. Das Ziel sei erst eine „strategische Partnerschaft“ und 2024 dann die Fusion.

Zur Erinnerung: 2020 verschmolzen die bis dahin eigenständigen Genossenschaftsbanken Vereinigte Volksbank Münster, Volksbank Greven sowie die VR-Bank Kreis Steinfurt zur Volksbank Münsterland Nord mit aktuell rund 1050 Mitarbeitern, rund 280.000 Kunden und 36 Geschäftsstellen. Würde Warendorf dazustoßen, kämen knapp 400 Mitarbeiter und rund 100.000 Kunden hinzu.

"Digitale Transformation" macht Investitionen erforderlich

Als Grund für die neuerlichen Fusionsüberlegungen nannte Overesch, dass die „digitale Transformation“ im Bankenwesen „ganz erhebliche Investitionen“ erforderlich mache. Größere Genossenschaftsbanken könnten diese leichter stemmen. In der Branche herrsche die Ansicht vor, dass eine Bilanzsumme von zehn Milliarden Euro erforderlich sei, um perspektivisch bestehen zu können. Die Volksbank Münsterland Nord erreiche diese Marke nicht, im Verbund mit Warendorf indes wohl.

Die rollende Bankfiliale kommt

„Wir leben in einem stabilen Wirtschaftsraum“

Das Geschäftsjahr 2021, das erste nach der Fusion 2020, bewertete Thomas Jakoby sehr positiv. Hier die Eckdaten: 7,1 Milliarden Euro Bilanzsumme (plus 2,1 Prozent), 55 Millionen Euro Ergebnis (52,5 Millionen im Vorjahr) sowie 10,2 Millionen Euro Jahresüberschuss (Vorjahr 6,4 Millionen). Ausschlaggebend für diesen Erfolg seien nicht zuletzt die erfolgreichen Rahmenbedingungen: „Wir leben in einem stabilen Wirtschaftsraum“, so Jakoby zur Situation im Münsterland.

Gleichwohl mache der Zinstrend den Banken sehr zu schaffen. Um so wichtiger sei es gewesen, im vergangnen Jahr die Verwaltungskosten um 3,3 Prozent gesenkt zu haben.

Folgen des Ukraine-Kriegs nicht absehbar

Die wirtschaftlichen Folgen des aktuellen Ukraine-Krieges sind, wie bei dem Pressegespräch deutlich wurde, noch nicht einmal im Ansatz absehbar. Die hohe Inflation, vor allem die davongaloppierenden Energie- und Baupreise, haben laut Overesch bereits den einen oder anderen potenziellen Häuslebauer dazu veranlasst, seinen Wunsch zurückzustellen.

Als großen Veränderungsmotor sieht die Volksbank die Digitalisierung. So arbeitet man aktuell an einer digitalen Unterschrift sowie am digitalen Versand von Unterlagen, um damit Bankgeschäfte zu vereinfachen und Kosten zu senken.

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