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Linas Haenlein aus Münster kam als Frühchen zur Welt

Vom Sorgenfall zum Spitzensportler

Münster

Linas Haenlein kam acht Wochen zu früh auf die Welt. Doch der kleine Junge von damals ist zu einem deutschen Top-Talent herangereift.

Oliver Krebs, Piroschka und Linas Haenlein freuten sich sehr über das Wiedersehen mit den Chefärzten Dr. Thomas Frank und Dr. Michael Böswald. Linas nutzte die Gelegenheit, mit Dr. Frank noch einmal die Frühchenstation zu besichtigen, auf der er seine ersten Lebenswochen verbrachte. Foto: St.-Franziskus-Hospital Münster

Linas Haenlein aus Münster ist 19 Jahre alt und hat gerade sein Sportabitur abgelegt. Für die kommende Zeit plant er ein Auslandsjahr und will dann gerne Lehrer werden. So weit, so normal. Doch Linas hat noch viel mehr auf dem Kasten: Als Wasserspringer zeigte er in den vergangenen Jahren immer wieder landes- und bundesweit Spitzenergebnisse im Leistungssport. Mit seinem außergewöhnlichen Talent schaffte er es in den Kader der Jugendnationalmannschaft.

Ebenso außergewöhnlich war allerdings auch sein Start ins Leben, denn Linas kam als Frühchen zur Welt, wie das St.-Franziskus-Hospital in einer Pressemitteilung schreibt. Seine Mutter Piroschka Haenlein erinnert sich an die Zeit vor der Geburt ihres ersten Kindes: „Linas und mir ging es in den ersten Monaten richtig gut, bis meine Ärztin in der 29. Schwangerschaftswoche feststellte, dass mein Sohn für sein Alter zu klein sei, weil seine Versorgung im Mutterleib beeinträchtigt war.“

Acht Wochen zu früh

Umgehend wurde sie für einige Tage zur Beobachtung im St.-Franziskus-Hospital aufgenommen und auch nach der Entlassung täglich bei ihrer Ärztin überwacht, damit das Baby so lange wie möglich im Mutterleib verbleiben und wachsen konnte. Doch im Lauf der 32. Woche der Schwangerschaft ging es dem Kind immer schlechter, die Plazenta arbeitete nicht mehr ausreichend. So musste Linas kurzfristig per Kaiserschnitt entbunden werden, rund acht Wochen vor dem errechneten Termin. Er wog 1180 Gramm, oder, wie sein Opa formulierte, „weniger als ein Kilo Brot und ein halbes Pfund Butter“.

Noch viel zu klein für die Babyschale ist Linas, hier mit seiner Mutter Piroschka, bei seiner ersten Autofahrt aus dem Krankenhaus nach Hause. Foto: St.-Franziskus-Hospital Münster

Seine Eltern Oliver Krebs und Piroschka Haenlein waren nach den bangen letzten Schwangerschaftswochen einfach nur erleichtert, die Mutter erinnert sich: „Wir dachten nur noch: Linas ist auf der Welt, nun kann ihm nichts mehr passieren.“ Die erste Zeit verbrachte er im Inkubator, wo er wegen frühchentypischer Symptome behandelt werden musste.

Freude für Mediziner

Als Piroschka Haenlein ein paar Tage nach der Geburt ohne ihr Baby nach Hause entlassen wurde, fühlte sich das seltsam an. In den folgenden Wochen waren sie und ihr Mann mehrmals täglich bei ihrem Baby. „Uns Eltern hat es sehr geholfen, dass wir Linas rund um die Uhr auf der Intensivstation besuchen konnten. Einmal sind wir nach einem Kinobesuch spontan mitten in der Nacht noch im Franziskus vorbeigefahren, um unseren Sohn noch einmal zu sehen, das hat uns sehr gut getan“, erinnern sich Papa Oliver Krebs und Mama Piroschka Haenlein.

Geschichten, wie die von Linas, hört Dr. Thomas Frank, Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin am St.-Franziskus-Hospital Münster, gerne: „Für uns ist es immer eine tolle Erfahrung, nach den Wochen, die man gemeinsam verbracht hat, den Erfolg unserer Arbeit in den erwachsenen Kindern zu sehen. Wir freuen uns immer zu erfahren, wie sich ihr Leben und das der Familien entwickelt hat“, so der Mediziner.

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