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Literarischer Spaziergang in der Sonderausstellung „Alleskönner Wald“

Vor lauter Bäumen doch gesehen

Münster

Bäume sind nicht so still, wie es scheint. Sie kommunizieren unterirdisch miteinander. Wie man sich das vorzustellen hat, präsentiert Schauspielerin Beate Reker auf ihrem literarischen Spaziergang durch die Ausstellung „Alleskönner Wald“.

Ein literarischer Waldspaziergang in der Sonderausstellung „Alleskönner Wald“ können Interessierte im LWL-Museum für Naturkunde erleben Foto: LWL/Steinweg

Zusammen mit der Schauspielerin Beate Reker können sich die Gäste im LWL-Museum für Naturkunde an der Sentruper Straße auf einen neuen literarischen Waldspaziergang freuen. Das Programm mit dem Titel „Vor lauter Bäumen doch gesehen“ feiert am Donnerstag und Freitag (20./21. Januar) jeweils um 19.30 Uhr seine Premiere. Der Spaziergang dauert etwa 75 Minuten und führt durch die Ausstellung „Alleskönner Wald“.

Auf 560 Quadratmetern Ausstellungsfläche taucht das Publikum in die Welt der Wälder mit über 420 Exponaten ein, begegnet seltenen und bekannten Waldbewohnern und erhält Antworten auf Fragen rund um die „grüne Lunge“, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ankündigt. Mit einem kleinen, exklusiven Kreis von Spaziergängern entdeckt Reker literarisch die Wälder Westfalens und der Welt.

Ökosystem, Lebensraum, Teil von Sagen und Märchen

Der Wald ist viel: ein Natur- und Wirtschaftsraum, wichtiges Ökosystem, Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Daneben spielen Wald und Bäume in vielen Sagen, Märchen und Geschichten eine Rolle. „Auf dem Spaziergang treffen wir auf einige Bewohner und Besucher des Waldes“, sagt Reker und verrät: „Erich Fried klärt die Frage, was der Wald für uns Deutsche ist, und Joseph von Eichendorff schwärmt von einer Nacht im Wald“.

Die Schauspielerin führt die Gäste mal ernst, mal lustig, mal nachdenklich und immer literarisch in die Geheimnisse der Bäume und Waldbewohner ein und hat sich Literatur bekannter Autorinnen und Autoren herausgesucht.

Schauspielerin Beate Reker nimmt Interessierte mal heiter, mal ernst mit auf einen literarischen Rundgang. Foto: LWL/Steinweg

Bäume sind nicht so still, wie es scheint: Sie kommunizieren unterirdisch miteinander in einem „wood wide web“. So führen zwei Tannenwurzeln einen kurzen Dialog, und mit Else Lasker-Schüler belauschen die Zuhörer das Gespräch einer besorgten Lindenmutter mit ihrer Tochter, das allerdings über der Erde geführt wird.

Martin Suter beschreibt ein Survivaltraining im Wald, an dem karriereorientierte Angestellte teilnehmen, während Christian Morgenstern ein eher romantisches Treffen hat. Natürlich darf bei diesem Thema ein Märchen nicht fehlen. Heinrich Heine hat dagegen einen sehr unfrommen Wunsch, was Bäume anbelangt, während Goethe ihnen seine Liebe zu einer Frau gesteht.

Besuch bei den tierischen Waldbewohnern

Eugen Roth beschreibt einen unglücklichen Pilzsammler, und dann wird es Zeit, einigen tierischen Bewohnern einen Besuch abzustatten. Ein Regenwurm möchte unbedingt auf den Eiffelturm, und ausgerechnet einem Eichelhäher, dem Polizisten des Waldes, wird ein Kuckucksei ins Nest gelegt. Reker hat noch von vielen weiteren Schriftsteller:innen Literatur im Wandergepäck. Und bevor es Zeit wird, den Wald wieder zu verlassen, gibt es noch eine kurze Lebensberatung aus Island.

Alle Aktionen finden unter Beachtung der zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültigen Coronaschutzverordnung statt. Das LWL-Museum weist darauf hin, dass eine kurzfristige Absage möglich ist. Weitere Termine sind am 4. Februar, 18. Februar und 11. März, jeweils um 19.30 Uhr Der Eintritt kostet 19 Euro.

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