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Mahnendes Gedenken im Rathausinnenhof

Volkstrauertag: Der Frieden ist wieder zerbrechlich

Münster

Krieg in Europa? Jahrelang hat sich das niemand mehr vorstellen können. Jetzt ist es wieder soweit – was dem Volkstrauertag wieder eine ganz neue Bedeutung gibt.

Von Klaus Möllers

Regierungspräsident Bothe bei der Kranzniederlegung. Kränze wurden auch im Namen der Stadt, des Verteidigungsministeriums, der Reservistenkameradschaft, der Kriegsgräberfürsorge, des Bundes der Vertriebenen sowie der niederländischen, französischen und britischen Einheiten im I. Korps niedergelegt. Foto: klm

„Wir trauern um alle Opfer von Gewalt und Krieg auf der ganzen Welt. Ihr Tod ist unser Auftrag, die Erinnerung an sie wach zu halten und für eine andauernde Friedens- und Versöhnungsarbeit einzutreten“, sagte Regierungspräsident Andreas Bothe.

Mit Worten zur Bedeutung des Friedens und Kranzniederlegungen haben am Sonntag, dem Volkstrauertag, Vertreter von Bezirksregierung, Stadt, Bundeswehr und weiterer öffentlicher Institutionen der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht.

Im Rathausinnenhof nahmen darüber hinaus etwa 40 Menschen privat an der jährlichen zentralen Gedenkveranstaltung teil, die von der Stadt, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Reservistenkameradschaft Münster der Bundeswehr organisiert wird.

„In den letzten Jahren schien die friedliche Lösung von Konflikten und die Verrechtlichung der Beziehungen zwischen den europäischen Staaten nahezu selbstverständlich“, erklärte Bothe. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine „hat uns brutal vor Augen geführt, wie zerbrechlich der Friede zwischen Nachbarn und der Traum von einem friedlichen Europa sein können“.

Konfrontation mit der Vergangenheit

Bothe betonte, dass die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge „gegen Krieg und Gewalt, für Frieden und Verständigung“ geschehe. An ihr nähmen aus der jüngeren Generation auch Schülerinnen und Schüler teil.

„Dass die Erinnerung lebendig bleibt, ist keine Selbstverständlichkeit“, so Bothe. „Es ist erforderlich, dass wir uns – so wie die Schüler – um eine Konfrontation mit der Vergangenheit bemühen“.

Der Text des anschließenden Totengedenkens war vom Bundespräsidenten vorgegeben und wurde bei allen offiziellen Gedenkfeiern in Deutschland zum Volkstrauertag verlesen. Im Rathausinnenhof tat dies der Standortälteste der Bundeswehr, Brigadegeneral Stefan Ulrich Geilen vom I. Deutsch-Niederländischen Korps. Stadtrat Wolfgang Heuer moderierte die Gedenkfeier. Er sagte: „Ich wünsche mir für die kommende Zeit, dass Frieden und Freiheit keinen Widerspruch darstellen.“

Auch in mehreren Stadtteilen wurden am Totensonntag Gedenkveranstaltungen abgehalten.

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