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Serie: Ideenbörse Verkehr

Vorschlag für Ludgeriplatz: Ein Kreisel mit Ampeln

Münster

Ungewöhnlicher Vorschlag für den Ludgeriplatz: Der Verkehr könnte besser und sicherer fließen, wenn Ampeln installiert werden, meint ein Leser unserer Zeitung.

Klaus Baumeister

Die Zebrastreifen rund um den Ludgerikreisel sind das Nadelöhr bei der Verkehrsbewältigung. Ein Münsteraner schlägt deshalb eine Ampellösung dort vor. Foto: Oliver Werner

Der Ludgerikreisel ist ein Nadelöhr im wahrsten Sinne des Wortes. Hier kommen sechs Straßen zusammen, vor allem aber treffen hier drei sehr unterschiedliche Verkehrsteilnehmer auf einander – und das in Massen.

Da sind zum einen die Autofahrer, die vorzugsweise in Ost-West-Richtung unterwegs sind, also von der Moltkestraße in Richtung Hafen- oder Schorlemerstraße. Da sind die Radfahrer, die die Nord-Süd-Richtung bevorzugen, also von der Hammer Straße zur Ludgeristraße. Und dann sind da noch ganz viele Fußgänger, die an allen Zebrastreifen auftauchen.

Apropos Zebrastreifen: Sobald ein Fußgänger einen Zebrastreifen betritt – und das kommt sehr häufig vor – können Autos nicht in den Kreisel einfahren und ihn auch nicht verlassen. Das Problem wird noch dadurch vergrößert, dass viele Radfahrer ebenfalls den Zebrastreifen benutzen, in dem vermeintlichen Glauben, dann schneller voranzukommen.

Variabel an Verkehrsverhältnisse angepasst 

Der Münsteraner Manfred Kittner hat sich dieses Geschehen näher angesehen und unserer Zeitung eine Anregung für eine mögliche Lösung gegeben. Er schreibt: „Es müssen Phasen geschaffen werden, in denen der Pkw-Verkehr ohne Störungen fließen kann, und Phasen, in denen die Radfahrer und die Fußgänger den Kreisel ungefährdet überqueren können. Dies ist meiner Meinung nach nur durch die Installation von Ampeln möglich.“

Der Vorteil bestünde laut Kittner darin, dass Fußgänger und Radler nicht mehr einzeln den Zebrastreifen benutzen, sondern in größeren Gruppen. Um den Effekt noch zu vergrößern, regt er Ampelschaltungen an, die „variabel an die Verkehrsverhältnisse angepasst werden“ können.

So sieht der Vorschlag von Manfred Kittner aus. An vier Kreiselübergängen wird der Verkehr per Ampel geregelt. Foto: Grafik: Jürgen Christ

Extra Radweg

Noch eine zweite Veränderung schlägt Manfred Kittner vor. Da die Radler im Kreisel selbst seiner Meinung nach zu sehr gefährdet sind und besonders beim Ein- oder Ausbiegen der Autos übersehen werden können, sollte ein Radweg außen um den Kreisel führen, praktisch parallel zu den Zebrastreifen.

An der Einmündung der Ludgeristraße sowie der Straße „Am Kanonengraben“ sieht das Konzept keine Ampeln vor, da hier das Verkehrsaufkommen deutlich geringer ist.

Seit Jahren ist der Ludgerikreisel das Sorgenkind der münsterischen Verkehrsplaner. So wurden nach verschiedenen Unfällen die Ein- und Ausfahrten bereits verengt, um so das gefährliche Nebeneinanderfahren zu verhindern. Das Grundproblem besteht aber darin, dass der grundlegende Vorzug eines Kreisverkehrs, nämlich die rasche Verkehrsabwicklung, sich ins Gegenteil verkehrt, wenn das Verkehrsaufkommen zu groß ist.

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