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Debatte über Videoüberwachung

Vorwurf des sexuellen Übergriffs: Videobilder entlasten Afghanen

Münster

Per Videobeweis wurden ein afghanischer Flüchtling und sein Freund vom Vorwurf eines sexuellen Übergriffs freigesprochen.

Klaus Baumeister

Viele Busse haben eine Videokamera. Foto: Günter Benning

„Eine Videoüberwachung schützt nicht vor Straftaten.“ Im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte über eine Videoüberwachung am Bahnhof wird dieses Argument stets und ständig gebracht.

Eine Videoüberwachung kann aber vor falscher Anschuldigung schützen. Diese Erfahrung jedenfalls hat der münsterische CDU-Kreisvorsitzende Josef Rickfelder gemacht. Er betreut einen jungen afghanischen Flüchtling, der sich jüngst gegen den schweren Vorwurf eines sexuellen Übergriffs erwehren musste.

Video als Beweismittel

„Ohne das Videoband als Beweismittel hätte der junge Mann vor einem ganz erheblichen Problem gestanden“, verweist Rickfelder auf die aktuelle Stimmungslage im Land, die seit den massiven Übergriffen in der Silvesternacht in Köln vor einem Jahr sehr aufgeheizt sei.

Es passierte in einem Bus der Linie 10, so Rickfelder: Der Afghane sowie ein befreundeter Flüchtling saßen mit zwei ihnen bekannten Mädchen im Bus, nachdem das Quartett gemeinsam in der Stadt gewesen war.

Der Ausflug muss wohl nicht ganz im Sinne der Mädchen gewesen sein, die – aus welchen Gründen auch immer – auf die beiden Jungen nicht gut zu sprechen waren. Unmittelbar nach der Busfahrt passierte es dann: Die beiden Mädchen erstatteten Anzeigen. Sie seien während der Fahrt von den Flüchtlingen sexuell belästigt und angegrapscht worden, so der Vorwurf.

Keine Übergriffe

Für den jungen Afghanen hatten die Vorwürfe sehr direkte und sehr harte Folgen: Er erhielt Hausverbot „und war völlig eingeschüchtert“, wie Rickfelder bemerkt.

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Erst die Auswertung der Überwachungskamera in dem Bus brachte Aufklärung. Die Bilder belegten laut Rickfelder eindeutig, dass es keinerlei Übergriffe gegeben habe. Konfrontiert mit diesen Bildern, nahmen die beiden Mädchen ihre Anschuldigungen zurück.

80 Prozent der Stadt­werkebusse in Münster sind mit Kameras ausgestattet. Die Aufnahmen werden jeweils 72 Stunden gespeichert.

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