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Neujahrsempfang der SPD im Theater

„Warum ist Michael der bessere Oberbürgermeister?“

Münster

„Talk“ im Theater: Beim Neujahrsempfang der SPD in Münster warb Bundesministerin Schulze für Oberbürgermeister-Kandidat Michael Jung. Den größten Applaus gab es für eine Spitze gegen den jetzigen Amtsinhaber.

Bettina Laerbusch

Moderatorin Lilly Blaudszun (l.) interviewte beim Neujahrsempfang der SPD Münster den Dr. Michael Jung, der für die OB-Wahl kandidieren will, und Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Foto: Oliver Werner

Nicht schlecht, könnte man sagen. Oder auch: In der Kürze liegt die Würze. Gerade mal 20 Minuten – geschätzt – dauerte am Montagabend der „Talk“ mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze und dem  SPD-Ratsfraktionsvorsitzenden Dr. Michael Jung.  Wobei „Talk“ nicht wirklich das richtige Wort ist: Schulze und Jung stellten sich den Fragen von Lilly Blaudszun. Sie antworteten brav – und leiteten ganz nebenbei elegant die heiße Wahlkampfphase ein.  „Warum ist Michael der bessere Oberbürgermeister?“, fragte  Lilly Blaudszun. Die Antwort der Ministerin: „Weil wir endlich jemanden in Münster brauchen, der nicht nur plaudert, sondern handelt.“Nach diesen Worten gab es im Foyer des Theaters Münster den stärksten Applaus.  Dorthin hatte die SPD zum Neujahrsempfang eingeladen.

Gehypte Moderatorin

Um die 300 Gäste hörten zu und lernten dabei auch Lilly Blaudszun kennen. SPD-intern ist die junge Frau, die 2019 ihr Abi machte und in Frankfurt/Oder Jura studiert, so etwas wie eine Größe. „Die Zeit“, stellte SPD-Vorsitzender Robert von Olberg sie vor, habe sie jüngst als eine der „100 wichtigsten  jungen Ostdeutschen“ bezeichnet.

Blaudszun lässt dieser Hype kalt – das  konnte jeder feststellen, der sich mit ihr unterhielt. Beim SPD-Parteitag in Berlin habe von Olberg sie gefragt, ob sie Zeit habe, einen kurzen Talk beim Neujahrsempfang zu leiten. Sie hatte – und machte das absolut souverän.

Jung gegen Digitalgeld von Eltern

Was die wichtigsten Themen sind, die er als Oberbürgermeister angehen wolle, fragte sie natürlich. „Das Thema Wohnen ist neben dem Klimaschutz das wichtigste“, so Jung. Erstmals sei Münster 2019 nicht gewachsen, sondern habe „2000 Menschen verloren“. Jung: „Das waren überwiegend  Familien, die es sich nicht leisten können,  hier zu wohnen.“

Jung weiter: „Wir müssen Wohnungen bauen. Das schafft der freie Markt nicht alleine.“ Jung sprach sich dagegen aus, Digitalschulgeld von Eltern zu verlangen, damit Schulen besser ausgestattet  werden. Das  würde bedeuten, dass dort, wo Eltern nicht so wohlhabend sind, die Schüler schlechter dran seien.Mit einer stillen Gedenkminute anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz hatte der Empfang begonnen.

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